135. Einblicke in das Leben einer Winzerin - im Gespräch mit Steffi Fröhlich von Laudens Bach

Shownotes

Steffi Fröhlich ist ausgebildete Winzerin, hat später Weinbau und Oenologie studiert und leitet seit 2018 das Bio-Weingut Laudens Bach, das zwei Brüder 2017 gekauft haben. Aufgewachsen im Familienweingut kennt sie das Leben direkt am Hof – wusste somit worauf sie sich als Betriebsleiterin in einem Weingut einlassen würde. Das fünf Hektar große Weingut produziert jährlich rund 25.000 bis 30.000 Liter aus 10-12 Rebsorten, mit Silvaner und Müller-Thurgau als fränkische Basis. Lange war sie allein für alles von Weinbergsarbeiten bis Abfüllung zuständig, seit 2024 unterstützt sie ein halbtags angestellter Winzer, sodass sie mehr Zeit für Marketing und neue Projekte hat. In saisonalen Spitzen konnte sie auf vier helfende Hände verlassen und hatte am Hof für das Packen der Versandpakete, Sommerfeste und dem Heckenwirtschaftsbetrieb ebenfalls Unterstützung.

In der Folge spricht sie über Sortenwahl, Trends wie Natur- und Orange-Weine, ihre Freude am Experimentieren und die Herausforderungen alkoholfreier Weine. Außerdem sprechen wir über Frauen in der Branche, den Einfluss des Etiketts auf Kaufentscheidungen und das Direktvertriebs-Konzept des Weinguts, das vom Dudelsack-spielenden Maskottchen „Laudens Bach“ begleitet wird.

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00:00:13: Herzlich Willkommen zum Zonter Podcast Titi.

00:00:15: Ich bin Susanne

00:00:17: und ich bin Ute und unser Podcast erscheint alle vierzehn Tage rund um das Thema Frauen und Mädchen.

00:00:25: Ja und heute haben wir ein ganz spannendes Thema mit dem wir uns noch nie beschäftigt haben, nämlich das Thema Wein.

00:00:32: Wein Weine, Weingut, Winterinnen.

00:00:36: Und dazu haben wir einen ganz spannenden Gast, nämlich Steffi Fröhlich.

00:00:42: Steffi, ich freue mich sehr, dass du Zeit für uns hast.

00:00:45: Herzlich willkommen.

00:00:47: Einen schönen guten Morgen.

00:00:50: Man hört es schon so ein bisschen.

00:00:52: Du kommst aus Franken oder du bist in Franken und du bist dort Betriebsleiterin auf einem Bio Weingut.

00:01:01: Und ich erzähle mal ein bisschen die Geschichte, wie wir überhaupt auf dich gekommen sind.

00:01:04: Wir haben auf unserem Area-Meeting einen wunderbaren, alkoholfreien Seko getrunken.

00:01:11: Und der kam von eurem Weingut.

00:01:13: Und der war so ein bisschen eingebunden in das Thema Ski and Wine.

00:01:19: Also... Frauen die Weine machen und haben gedacht, dem müssen wir doch mal nachgehen.

00:01:24: Das wollen wir doch mal ein bisschen genauer verstehen.

00:01:27: Und deswegen sitzen wir heute hier und freuen uns mit dir über Winzerinnen und weibliches Wein herstellen zu sprechen.

00:01:38: Schön, dass du da bist.

00:01:40: Super, danke für die Einladung.

00:01:42: Vielleicht magst du dich erst mal so ein bisschen vorstellen.

00:01:45: Wir hatten ja im Vorgespräch schon gesagt Mensch Winzerin.

00:01:48: Das ist ja auch ein Beruf, wo man mindestens hier in Ostfriesland nicht gleich dran denkt, dass man das werden will.

00:01:54: Erzähl uns doch mal so ein bisschen was über deinen Werdegang.

00:01:58: Ja, also ich bin um drei Jahre alt.

00:02:02: Ich bin in einer Winzerfamilie aufgewachsen.

00:02:05: Bei uns hier in Franken ist es noch Ja, relativ normal in einem landwirtschaftlichen Beruf aufzuwachsen.

00:02:12: Meine Eltern haben ein eigenes Weingut und so durfte ich quasi von der Pieke auf gucken, was so in einem Weingut ja an Arbeit anfällt, was für Freude es bringen kann und wo man da so ein bisschen ja mit Liebe und Kreativität ein bisschen im Handwerk, was managen kann.

00:02:33: Genau.

00:02:33: und dann durfte ich nach dem Abitur meine Ausbildung zur Winzerin machen.

00:02:37: Also man kann da ganz normal eine Ausbildung machen, wie eine Schreiner, eine Metzgaläre, Einzelhand gekauft.

00:02:44: Man sind ja auch alles Ausbildungen.

00:02:46: So kann man auch den Winzerberuf erlernen.

00:02:49: Und dann hatte ich mir gedacht, wenn ich schon Abitur habe, kann ich ja dann auch noch studieren.

00:02:56: Also es gibt auch noch die Möglichkeit, das Ganze in ein Studium umzuwandeln und somit habe ich meinen Bachelor auf Weinbau ja auch noch gemacht und durfte dann mit meinem Bachelor in das jetzige Weingut mit einsteigen und bin da sehr glücklich und darf da so ein bisschen eigenes Weingut spielen.

00:03:19: Spielen ist ein bisschen untertrieben.

00:03:21: Du bist die Betriebsleiterin.

00:03:23: Und was ja ganz spannend ist, ist, dass das Weingut zwei Männern gehört, zwei Brüdern, wenn ich das richtig verstanden habe.

00:03:31: Und vielleicht kannst du erst dieses Weingut mal so ein bisschen vorstellen.

00:03:35: Was müssen wir uns denn vorstellen?

00:03:37: Wo liegt das?

00:03:38: Wie viele Menschen arbeiten da?

00:03:39: Wie viele Weine stellt er her?

00:03:42: Ja, also das Weingut ist zwei tausend siebzehn von den beiden Brüdern Lautenbach.

00:03:48: Ja, gekauft worden.

00:03:50: Eine Familie musste leider aufhören in dem Ort, weil es Familienbedingte einfach nicht mehr ging.

00:03:55: Und die beiden haben sich dann gedacht, okay, wir wollten schon immer ein Weingut besetzen.

00:04:00: Warum denn nicht jetzt?

00:04:03: Die beiden sind in ihren Berufen aber selbstständig unterwegs.

00:04:06: Der eine ist Architekt und der andere hat ein ganz großes Konzertium Gastronomie in Wiesbaden oder ist da in der Geschäftsführung mit drinnen.

00:04:16: Und somit sind die Beide so ein bisschen raus in der Weingutführung oder in dem, was quasi die Arbeit hinter einem Weingut steckt zu machen.

00:04:26: Und da bin ich durch den ganz komischen Zufall reingefallen und darf seit dem Jahr zwei Jahrzehnte quasi selbstbestimmt die Weine und das Weingut für die beiden Jungs führen und machen.

00:04:41: Was war der Zufall?

00:04:42: Erzähl mal, es hört sich ja nach einer spannenden Geschichte an.

00:04:46: Am Anfang waren sie zu dritt, also die zwei Brüder, plus ein Bekannter dazu und diesen Bekannten kannte ich aus seiner Praktikumszeit bei meiner alten Arbeitsstelle.

00:04:56: Also der dritte Geschäftsführer, der leider schon wieder raus ist, war mein Praktikant bei meinem alten Arbeitgeber und irgendwie... wollte mein alter Arbeitgeber mich nach meinem Studium ja nicht höher beschäftigen und somit habe ich den dann gefragt, was sie denn da suchen und wen sie da suchen.

00:05:16: und er meinte, wenn ich in dieses Weingut kommen wäre, wär bombastisch und er würde sich riesig freuen.

00:05:21: und somit ist dann die Connection mit den beiden Brüdern entstanden.

00:05:26: Das ist ja toll und ich meine, im Jahr ist ja schon eine ganze Weile her.

00:05:32: Ute, was geht dir durch den Kopf?

00:05:34: Ja, ich war...

00:05:35: Ich habe gerade ganz neu gedacht, weil du gesagt hast, die beiden Brüder sind so beschäftigt und unterwegs.

00:05:41: Ich stelle mir jetzt gerade vor, du wohnst auch auf diesem Weingut und betreibst es sozusagen wie dein eigenes.

00:05:50: Ja, wohnen leider nicht, leider wurde Gott sei Dank, das ist so ein bisschen mein Zwiespalt.

00:05:55: Also ich bin es von meinen Eltern gewohnt, dass man am Weingut lebt und sobald Kunden kommen, macht man den Kunden die Tür auf, lässt die Weine probieren, die Kunden kaufen ein, nehmen mit.

00:06:05: Allerdings ist da dann relativ wenig mit privater Freizeit, sag ich mal, oder privater Familienzeit, weil Kunden einfach zu jeder Tages- und Abendszeit vorbeikommen und Weine kaufen.

00:06:20: Dürfen Sie an sich auch gerne, weil wir wollen ja unser Produkt verkaufen, aber manche verstehen einfach nicht, dass da auch bei einem Familienbetrieb irgendwann mal Feierabend sein darf.

00:06:31: Und somit bin ich eigentlich ganz froh, nicht am Weingut zu leben.

00:06:35: Und nachdem wir ja bei Null angefangen haben und von Null aufgezogen haben, wissen alle meine Kunden okay.

00:06:41: Wir möchten Wein kaufen, aber wir müssen die Steffi erst anrufen, weil die Steffi nicht am Weingut lebt.

00:06:46: Und somit spielt sich das alles ein bisschen schön ein.

00:06:49: Ich kann mir meine Zeit einteilen und sagen, Mensch, heute bin ich leider nicht mehr am Weingut.

00:06:54: Wir müssen in anderen Terminen finden.

00:06:56: Oder ich sage, okay, kein Problem.

00:06:57: Ich bin innerhalb fünf Minuten hingefahren.

00:07:00: Wir können gern was machen, treffen uns in einer Stunde.

00:07:04: Da hat man dann so ein bisschen Vor- und Nachteile, vielleicht ein bisschen ja über eins.

00:07:11: Versuch zu lösen.

00:07:13: Erzähl noch mal ein bisschen weiter.

00:07:15: Was müssen wir uns vorstellen?

00:07:16: Wie viele Mitarbeiter arbeiten?

00:07:18: Also ich habe wirklich gar keine Vorstellung, wie viele Mitarbeiter arbeiten da?

00:07:22: Wie viele unterschiedliche Weine stellt ihr her?

00:07:25: Was steckt da so da drin?

00:07:29: Okay, also grob gesagt haben wir fünf Hektar Rebfläche.

00:07:34: Ganz Franken bis jetzt über sechstausend Hektar Rebfläche.

00:07:38: Also wir sind ein sehr sehr kleines Weingut, sage ich mal.

00:07:42: Meine Eltern, der Familienbetrieb, die bewirtschaften zwölf Hektar.

00:07:46: Das ist ja ein bisschen mehr, wie es doppelt, wie ich.

00:07:49: Und ich bin ja relativ alleine oder war bisher relativ alleine.

00:07:55: Ich habe so für alle sessional anfallenden Arbeiten, wie zum Beispiel die Weinlese.

00:08:01: Im Sommer ist so eine ganz, ganz stressige Zeit für uns Winzer, weil wir versuchen unser, ja, unser Trauben möglichst gesund zu erziehen.

00:08:11: Da habe ich immer mal wieder Hilfe von zwei, drei ganz helfenden Händen.

00:08:16: Aber ansonsten war ich bis auf eine Aushilfe, die mir so ein bisschen am Hof mitgeholfen hat, wie diesen Weinverkauf, Weinversand.

00:08:28: War ich alleine tätig für Weinberge, heißt auch alle.

00:08:33: Bulldog Traktor arbeiten heißt alles was im Keller anfällt von ja die Traupen pressen das es überhaupt saft wird über die Gärung begleiten, Filtration, Abfüllung habe ich das ja alles versucht alleine zu managen und darf jetzt seit Mitte vierundzwanzig einen Halbtagsvinsel ja mit meinen Ich sage jetzt mal Arbeitslebensgefährten nennen, der dann da mir außenbetrieblich in den Weinbergen seine Unterstützung mithilft.

00:09:08: Und da ist so ein bisschen mehr Kopf und Freizeit für mich, um dann so ein bisschen mehr Marketing und ein bisschen größere Weinschienen zu überlegen, zu bedenken.

00:09:20: Auf diesen fünf Hektar, die wir haben, machen wir so grob.

00:09:34: mit sehr, sehr viel verschiedenen Sorten, die wir da anbieten und versuchen, schmackhaft in die Flasche zu bringen.

00:09:46: Was sind das so für Sorten?

00:09:47: Kannst du das so ein bisschen mal erzählen?

00:09:50: Ja, also ganz typisch für uns Franken ist der Silvaner.

00:09:54: Wir haben uns ja so ein bisschen auf die Fahne geschrieben, Silvana-Heimat.

00:09:58: Einfach, weil das die älteste Rebsorte bei uns in Franken ist, die jemals in irrendem Buch steht.

00:10:03: Aber neben dem Silvana gibt es noch den Müller-Turgau, der für uns genauso wichtig ist wie der Silvana.

00:10:10: Also ich glaube, jedes Weingut hat ... eine große Fläche an Silvana und Müller-Türkauf-Fläche, um einfach so die Basis zu schaffen.

00:10:19: Und dann gibt es in Franken diese Vielfalt, dass wir einfach Bukkeerebsorten haben wie Scheurebe, Bachos, die schön fruchtig sind.

00:10:28: Wir haben, um uns ein bisschen international gegen den Rest von Deutschland zu stellen, Riesling im Anbau, Weißburg-Under, diese großen Rebsorten, die auch jeder kennt.

00:10:40: Es gibt so ein bisschen Rotwein-Einteil mittlerweile.

00:10:44: Der da auch ja ganz gut und hervorraten wächst mittlerweile, da können wir auf ein sehr großes Spektrum

00:10:50: zurückgreifen.

00:10:52: Und ich habe gar keine Vorstellung, aber wie viel Liter produziert man?

00:10:58: Produzierst du mit fünf Hektarebfläche?

00:11:02: Also ich habe da so ein bisschen ein kleineren Ertrag, ich produziere pro Jahr zwischen fünf und zwanzigund dreißigtausend Liter.

00:11:11: Man dürfte, aber das kommt so ein bisschen aufs Anbaugebiet an, wir haben ja nicht nur Franken in Deutschland, sondern auch andere, aber wir in Franken dürfen pro Hektar neuntausend Liter ernten.

00:11:23: Muss aber sagen, je mehr ich ernte, desto geringer ist die Qualität oder kann die Qualität sein.

00:11:30: Wir haben Sorten und Flächen, die bringen diese neuntausend Liter und auch zu einer sehr, sehr guten Qualität.

00:11:36: Aber ich möchte auch in manchen Flächen weniger ernten, um da einfach die Qualität zu steigern.

00:11:43: Ich würde ganz gerne noch eben kurz nachfragen,

00:11:47: wonach

00:11:47: entscheidest du denn auch selber, wenn du mal einen besonderen Wein herstellen willst?

00:11:55: Wovon

00:11:57: nachentscheidest du das?

00:11:58: oder gibt es einfach irgendwie einen Trend, wo du dann sagst, ja, den mache ich jetzt mal mit oder ist das, wie machst du das?

00:12:06: Also wie weiß man denn, was man jetzt produzieren muss, damit man auch auf dem Markt gut steht, weil du musst ja auch wirtschaftlich arbeiten.

00:12:16: Das ist so ein bisschen der Knux der Sache.

00:12:21: Man kann so ein bisschen verfolgen, was getrunken wird oder was aktuell beliebt ist am Markt.

00:12:27: Mehrressüße, wenigerressüße, mehr Frucht, weniger Frucht.

00:12:31: Das kann man so ein bisschen trendmäßig nachvollziehen, wobei man sich da immer so ein bisschen treu bleiben muss.

00:12:38: Also ich bin eine absolut trockene Lieblingsdringerin, also ich liebe trockene Weine und dadurch sind auch eigentlich überwiegend meine Weine trocken, weil ich einfach hinter dem Produkt stehen möchte.

00:12:51: Ich habe aber auch so zwei drei dabei, die mit Restsüße noch sind, um so ein bisschen den Markt abzugreifen.

00:12:59: Es gibt die letzten Jahre schon viele Trends, die aufkommen, wie zum Beispiel Naturweine, sind Weine.

00:13:09: Ja, ich sage jetzt mal, mit denen man nichts macht.

00:13:12: Jetzt fragen sich bestimmt einige, was macht man denn sonst mit dem Wein?

00:13:16: Also Naturweine sind quasi wie Naturtrüpe Biere.

00:13:21: Sie werden abgepresst, sie vergehren spontan, also ohne, dass ich eine Reinzuchthefe zusetzen muss für die Gehrung und werden dann unfilteriert abgefüllt.

00:13:30: Das heißt, da kommt kein Schwefel zur Oxidationsschutz, zur Haltbarkeit hinzu, da kommen keine Schönungsmittel rein.

00:13:38: Das ist so ein neuer Trend.

00:13:40: der seit ja zehn Jahren vielleicht mich hier so ein bisschen angekommen ist, wo man noch so ein bisschen guckt, wie man das Ganze bedienen kann, dass da auch ein gutes Produkt rauskommt.

00:13:50: Es gibt diese Orangewein-Geschichten.

00:13:53: Ich weiß nicht, ob man da oben im Norden schon mal was davon gehört hat.

00:13:57: Das sind Weißweine, die wie Rotweine hergestellt werden.

00:14:04: Also... von der von der Machad her ein bisschen was anderes ist, da kann man immer wieder was probieren und testen.

00:14:13: Allerdings habe ich nur einmal im Jahr die Chance, sowas zu testen.

00:14:17: Also ich habe ja meine Rebanlagen, die bringen einmal im Jahr Ernte und einmal im Jahr kann ich versuchen, da was draus zu machen.

00:14:26: Ich habe mein Standardprogramm, wo meine Weine, die ich im normalen Sortiment drin laufe, quasi nach meinem Standard.

00:14:34: Prozedere abarbeiten, so wie ich mir das vorstelle.

00:14:37: Und ich habe da noch so zwei, drei, vier Projekte, die da nebenbei ein bisschen außergewöhnlich laufen.

00:14:44: Und das ist super spannend.

00:14:46: Und ich bin da sehr dankbar, dass mich die beiden Jungs da tun lassen, was ich für Ideen habe, um da vielleicht noch was Neues Gutes rauszuziehen.

00:14:58: Ich hatte vorhin schon mal so auf der Zunge zu fragen nach diesem alkoholfreien Zecco, das war ja ein bisschen der Auftakt unseres Gesprächs.

00:15:06: Wie ist das mit alkoholfreien Wein, alkoholfreier Zecco?

00:15:11: Auch so ein bisschen mal gelesen, der Weinkonsum insgesamt geht ja zurück.

00:15:16: Was sagst du dazu?

00:15:19: Ja, aktuell noch ein schwieriges Thema.

00:15:21: Also ja, Weinkonsum geht zurück, es geht immer mehr dahin.

00:15:26: dass man keinen Alkohol mehr trinken möchte oder nur noch zu gewissen anlässen.

00:15:34: Ja, ich merke auch ganz oft die Nachfrage nach alkoholfreien Produkten.

00:15:40: Allerdings sehe ich das so ein bisschen die Schwierigkeit.

00:15:44: Ich mache meinen fertigen Wein.

00:15:47: und nehmt dann den Wein und da gibt es verschiedene Techniken, wie das mit dem Endalkulisieren funktioniert.

00:15:54: Ich wähle eine Technik aus und entziehe meinem Wein dann wieder den Alkohol.

00:15:58: Jetzt habe ich das Problem, dass im Wein, ja es gibt drei Geschmacksstoffe, sag ich mal, die dem Wein quasi den Charakter geben.

00:16:08: Fett gibt es im Wein nicht, deswegen kann Fett kein Träger sein von Geschmackstoffen, aber dann gibt es noch Zucker und Alkohol.

00:16:17: habe ich mit meinen trockenen weinen ja schon den zucker nicht so ganz arg als geschmacksträcher heißt der fällt raus und dann entziehe ich dem ganzen produkt auch noch den alkohol.

00:16:26: das heißt ich habe von meinen drei geschmacksträgern eigentlich keinen träger mehr da der mir meine ja schönen fruchtigen noten meine weinaromatik tragen kann.

00:16:37: deswegen sind die meisten alkoholfreien weine auch entweder süß damit ich wieder meinen Zucker habe, der den Geschmack tragen kann, damit ich überhaupt irgendwie dieses Weinfeeling, dieses Weinaromerschmecke oder teilweise sind sie auch ein bisschen bitter, aber sobald ich Alkohol und Zucker wegnehme, bleibt im Wein nur noch eine Bitterness und da ist es schwierig, gerade so diesen Sprung zu schaffen zwischen... eine anständige Restsüße, die das ganze so ein bisschen trägt und diese Bitterness zu verstecken, sage ich mal, der nächste Mal.

00:17:11: Und dann muss man ja auch sagen, ich habe meinen fertigen Wein und gebe ihn dann nochmal in den nächsten Schritt zur Alkoholreduzierung, also eigentlich ist das ja nochmal ein Produkt oben drauf gesetzt nach der Weinbereitung, was dann auch, ich sage jetzt mal, für die Konsumenten preislich nicht günstiger sein kann wie ein normaler Wein.

00:17:32: Und da kommen wir wieder an so dieses, ja, ich kann mir das leisten, ich möchte mir das leisten oder ich nehme dann doch lieber den Wein und trinke halt die Flasche weniger.

00:17:44: Das habe ich jetzt schon ganz oft gemerkt, dass der alkoholfreie probiert wird, ja, um mal zu testen, wie sowas schmeckt.

00:17:51: Aber dann ist der in meinem Bein gut genauso teuer wie mein normaler Seko.

00:17:56: und dann heißt es aber doch, nee, ich nehme dann doch lieber den mit Alkohol, weil... Das ist einfach doch ein anderer Geschmack.

00:18:04: Ja, aber gut erklärt.

00:18:05: Also finde ich sehr spannend.

00:18:07: Also dein alkoholfreier Seko, der hat uns sehr gut geschmeckt bei der Dakmar.

00:18:12: Das war gut.

00:18:14: Aber habe ich verstanden, warum das doch ein schwieriges Thema ist.

00:18:18: Lass uns vielleicht jetzt nochmal auf das Thema Frauen in der Weinwelt kommen.

00:18:24: Also finde ich sehr spannend.

00:18:25: Du hast ja berichtet, die beiden Brüder.

00:18:28: Wie ist das mit Frauen in der Weinwelt?

00:18:31: Gibt es da schon viele?

00:18:33: Wie erlebst du das?

00:18:35: Ja, also mittlerweile, ich will jetzt jetzt sagen, fünfzig, fünfzig, aber ich glaube, so in der gesamten Weinbranche sind wir da ziemlich gleich aufgestellt, Männer und Frauen.

00:18:46: Allerdings muss man da immer so ein bisschen schauen, weil die echte richtige Weinbergsarbeit, also das Bewirtschaften der Weinberge draußen in der Natur, ist einfach ein knochenharder Job und die meisten, ich sag jetzt mal, Kolleginnen Mädels sind da dann doch eher im Marketing oder ja im Kellerbereich tätig und zu finden, aber da dann auch sehr... in den höheren Führungsschienen oder auch sehr gut eingesetzt im Marketing, weil da vielleicht auch teilweise die Männerwelt nicht ganz so dieses Feeling für dieses Umsetzen von Werbestrategien, Verkaufsstrategien so ein bisschen genau da einzusetzen sind und einfach mit ihrer Muskelkraft vielleicht doch im Weinberg.

00:19:36: teilweise besser aufgehoben sind.

00:19:39: Wie viel wird nach Etikett gekauft der Wein?

00:19:41: Was denkst du, wenn wir bei Marketing sind?

00:19:44: Also

00:19:45: ganz viele.

00:19:46: Ja, hätte ich nämlich auch gedacht, so mache ich selber auch.

00:19:51: Ist ja auch so.

00:19:52: Also ein schönes Etikett, ein schönes Etikett spricht einen an und dann neigt man dazu schon mal schneller die Flasche zu kaufen und zu sagen, auch den probiere ich jetzt mal.

00:20:02: Ich sag jetzt mal der selbe Riesling, mit einem etwas fadenscheinigeren Medikett daneben steht.

00:20:09: Ich glaube, der Trend ist ganz offensichtlich, ja.

00:20:12: Ja, merkt man ganz stark, dass einfach das Aussehen und das Aufkommen des Logos und Marken mittlerweile extrem wichtig ist.

00:20:21: Ich sage mal, früher, wie mein Papa noch so in seiner Zeit da angefangen hat, da war es einfach Hauptsache, der Wein schmeckt und man kann den gut trinken und vertragen.

00:20:32: und mittlerweile ist es wirklich so.

00:20:34: dieses Flasche schaut gut aus, sauber.

00:20:38: Markenlogo ist gut gesetzt.

00:20:41: Da wird schon mehr auf das Außen herum geguckt, bis dann der erste Schluck quasi erst kommt und dann gesagt wird, ja, ist auch ein guter Wein.

00:20:49: Schaut nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch noch.

00:20:52: Also wir sagen es nochmal für alle, die das jetzt hören.

00:20:56: Euer Weingut heißt Bio-Weingut-Laudensbach.

00:21:00: Und ihr habt tatsächlich auch ein sehr schönes Logo.

00:21:03: Vielleicht sagst du dazu auch noch mal ein bisschen zum Marketing.

00:21:07: Wie macht ihr das?

00:21:08: Du hast vorhin schon vom Direktvertrieb gesprochen, dass die Leute dich anrufen und sagen, Steffi, ich weiß nicht, ich hätte gern Sexkisten oder so.

00:21:16: Ich weiß nicht, wieviel die dann kaufen.

00:21:19: Aber wie geht das so?

00:21:21: Ja, also jedes Weingut braucht ja so eine kleine Geschichte und Wein ist einfach Erlebnis.

00:21:26: Das ist in der Kultur einfach mittlerweile so, dass Wein Erlebnis ist.

00:21:30: Und nachdem die Jungs ja ganz frisch quasi in die Branche reingerutscht sind, kann man da ja auf keine Tradition zurückgreifen wie die meisten Weingüter, die dann da schon seit, ich weiß nicht, wie viele Jahren Generationen Weingut betreiben.

00:21:45: Deswegen ist bei uns ein bisschen anders.

00:21:48: Wir haben quasi ja den Laudensbach, das ist ein Dudelsackspielen der Schafbock, der quasi mit mir durch die Weinberge zieht und dodelt und da dann für die Weinlese, die Eisweinlese seinen Dudelsack bespielt und mit den Gästen und Freunden immer bereit ist ein Gläschen zu dodeln und der zieht sich bei uns durch das komplette Markensortiment.

00:22:15: Also wir haben diesen Schafbock als Logo, der Kopf und der nennt sich bei uns eben Lautensbach und ist da immer mit dabei und vorne dran und alles was geschieht, geschieht nur aus dem Kopf des Lautensbach heraus.

00:22:30: Schöne Geschichte.

00:22:32: Verkauft sich sicherlich auch ganz gut.

00:22:34: Vielleicht zum Abschluss nochmal die Frage, haben Frauen, also wir haben gerade schon gesagt, es wird viel nach Etikett gekauft.

00:22:39: Ich glaube, da weiß ich nicht, ob man das an Frauen festmachen kann, aber die achten sicher nochmal ein Tick mehr auf ein Etikett.

00:22:46: Aber gibt es auch im Geschmack Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

00:22:53: Ja, also das ist so ein bisschen schwierig.

00:22:56: Ich glaube, ja.

00:22:57: Einfach von der Biologie raus sind Frauen, die mehr schmecken können, weil sie damals ja auch schon gucken mussten, verderbliche Ware, giftige Ware und so weiter.

00:23:13: Aber ich glaube, diesen riesen Unterschied zwischen Männer und Frauen kann man da gar nicht so ziehen, sondern eher wie... wie geschult die Zunge ist.

00:23:24: Also man kann super einfach und super schnell so ein bisschen geschmacksinnig testen und organisieren und aufbauen, indem man sich ja so ein bisschen mal wieder auf seinen Geschmacksinn verlässt.

00:23:40: Ein grüner Apfel schmeckt nach grüner Apfel, weil mein auch gesagter Apfel ist grün.

00:23:45: Und da mal so ein bisschen bewusster zu konsumieren ist, glaube ich, ein ganz, ganz gutes, ja, ganz, ganz guter Fall, um da zu gucken, wie gut man schmeckt oder schlecht man schmeckt.

00:23:59: Ich weiß jetzt nicht, ob man da so wirklich diese Unterschiede machen kann.

00:24:03: mit Frauen schmecken besser wie Männer.

00:24:05: Ich glaube, das ist wirklich einfach vom... Also

00:24:08: ich hätte jetzt vielleicht gedacht, anders, ne?

00:24:11: Das war so mein Hintergrund, ne?

00:24:14: Bevorzugen Frauen andere Weine als Männer.

00:24:20: Nein.

00:24:22: Klare Antwort.

00:24:26: Es gab immer so ein bisschen dieses Ja, die Frauen trinken sehr süß und hauptsach fruchtig und hauptsach süßes drin.

00:24:33: Und dann passt vielleicht auf sechs von zehn Frauen dieser Begriff.

00:24:38: und dann kommen einfach vier Mädels um die Ecke, wo man auch das im Kopf hat und sagt, naja, die Dame hat bestimmt eher ein süßeren Wein und die wollen es dann knochentrocken.

00:24:48: am besten Rotwein, am besten Zufil, Barrik oder Eichengeschmack, wie es nur geht.

00:24:53: Ich glaube, da kann man keinen Strich ziehen und sagen, fünf von zehn wollen süß und die der Rest nicht.

00:25:03: Also das ist sehr, sehr unterschiedlich.

00:25:06: Na, dann scheint das ja ein Gerücht zu sein, dass Frauen zur sogenannten Superschmeckergruppe gehören.

00:25:13: Dann würdest du einfach sagen, das kannst du jetzt nicht bestätigen.

00:25:17: Aber da fehlt mir auch so ein bisschen der biologische Hintergrund.

00:25:21: Ja.

00:25:23: Vielen Dank, Steffi, für diese tollen Einblicke in die Winzerinnenwelt.

00:25:29: Oder du hast uns ja einen größeren Einblick überhaupt in das ganze Thema Wahlen gegeben.

00:25:34: Aber hört sich ganz, ganz toll an, mutig, dass du mit noch nicht mal dreißig dann ja in diese Leitungsposition gegangen bist und das toll aufgebaut hast.

00:25:45: Also wir werden sicherlich noch von dir hören, nehme ich an.

00:25:50: Und weiterhin

00:25:52: ganz viel Erfolg auf diesem Weg.

00:25:54: und vielen Dank für deine Zeit heute Morgen.

00:25:58: Vielen, vielen Dank für die Einladung und dass ich so ein bisschen meine Welt quasi in eure bringen durfte.

00:26:04: Ja, danke schön.

00:26:05: Danke schön, Steffi.

00:26:08: Tschüss.

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