137. UN Women, Social Entrepreneurship und Winzerinnen im Aufbruch – ein Gespräch mit Dagmar Schumacher
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Dagmar Schumacher – Social Entrepreneur und internationale Expertin für Gleichstellung. Dagmar hat in Kiel Ökotrophologie studiert und startete ihre Karriere bei den Vereinten Nationen. Für UN Women war sie unter anderem Direktorin in Brüssel. Heute engagiert sie sich als Vorständin bei UN Women Deutschland und im ZONTA Club Lübeck und spricht mit uns über die Förderung von Gleichberechtigung, politische und ökonomische Teilhabe von Frauen sowie über internationale Zusammenarbeit.
Dagmar verbindet globale Perspektiven mit unternehmerischem Handeln vor Ort: Sie ist CEO der LindenLounge, einem inspirierenden Ort für Begegnung, Kunst und Kultur in Linau-Busch. In einem renovierten Bauernhaus finden Lesungen, Ausstellungen und ganz viel Austausch statt– ein Ort, an dem gesellschaftliche Themen lebendig werden. Ein weiteres Herzensprojekt von Dagmar ist She&Wine. Unter dem Motto „Auf uns Frauen!“ setzt sie sich für die Sichtbarkeit deutscher Winzerinnen ein.
Freut Euch auf ein Gespräch über internationale Politik, weibliche Führung, gesellschaftlichen Wandel – und darüber, wie man mit Leidenschaft und Unternehmergeist Räume schafft, in denen Frauen sichtbar werden und sich gegenseitig stärken.
Transkript anzeigen
00:00:13: Herzlich Willkommen zum Zeunter Podcast Tietit.
00:00:16: Ich bin Susanne
00:00:17: und ich bin Ute, unseren Podcast könnt ihr alle vierzehn Tage online hören rund um das Thema Frau nur Mädchen
00:00:26: Ja und heute haben wir Dagmar zu Gast, Dagmar Schumacher.
00:00:31: Und wir haben Dagmar dich kennengelernt auf dem Area Meeting in Lübeck und waren total begeistert!
00:00:37: Du hast so viele tolle Sachen erzählt, du hast ein weibliche Weine uns dort vorgestellt.
00:00:45: das hat uns interessiert.
00:00:47: Du hast ganz viel Erfahrung mit UN Women.
00:00:53: Lindenlaunch nennt es sich, ein Veranstaltungsort.
00:00:56: Aber hauptsächlich wollen wir mit dir über UN Women sprechen.
00:01:00: Toll dass du Zeit für uns hast und ich begrüße dich herzlich!
00:01:07: Ja vielen Dank Susanne, vielen Dank Ute.
00:01:09: Ich freue mich sehr heute dabei zu sein.
00:01:13: Ja, magst du dich erstmal so ein bisschen vorstellen?
00:01:15: Ich glaube, du bist Ökotrophologin von Haus aus.
00:01:19: Hast mal in Kiel studiert.
00:01:22: Erzähl uns doch ein bisschen über deinen Werdegang!
00:01:25: Ja sehr gerne, ja stimmt ich habe vor langer Zeit in Kil studiert, Ökologie habe dann aber ganz schnell einen anderen Weg eingeschlagen nachdem ich mein Studium beendet habe und bin bei den Vereinten Nationen gelandet.
00:01:42: Das hat mich Brennende interessiert.
00:01:43: Ich habe mal ein Praktikum gemacht während meiner Studiums in den USA und da hatte ich die Gelegenheit, in New York bei den Vereinten Nationen zu sein Und das war so aufregend für mich und ich hab gedacht, da möchte ich irgendwann arbeiten.
00:01:58: Dann habe ich mich beworben, habe einen Praktikum gemacht und habe dann auch hinterher Vertrag bekommen.
00:02:06: Das ging damals über die deutsche Bundesregierung, ist ein tolles Programm was ich jeder jungen Frau noch sehr ans Herz legen möchte oder auch jedem jungen Mann.
00:02:16: Das heißt JPO-Programm Junior Professional Officer das sind Einstiegsprogramme für die Vereinten Nationen.
00:02:23: da wird man in den ersten Jahren von der Bundesregierung bezahlt.
00:02:26: Da gibt es immer einige Stellen pro Jahr die ausgeschrieben sind.
00:02:29: immer spannend.
00:02:30: Ja damit habe ich angefangen.
00:02:31: mein erster Job war tatsächlich in Ecuador Und das ging damals auch schon um Frauenthemen.
00:02:39: Es war ein Regionalbüro und wir haben uns sehr viel um Armutsbekämpfung gekümmert, ja dann war ich viele Jahre bei den Vereinten Nationen unterschiedliche Stationen.
00:02:50: Ich habe in Argentinien gearbeitet in New York, Vietnam, in Bonn.
00:02:54: Ich war beteiligt an dem Aufbau von dem UNO-Standort Bonn der Ja, jetzt immer weiter wächst.
00:03:03: Das freut mich sehr!
00:03:04: Das ist jetzt auch schon dreißig Jahre her aber in dieser Zeit wo es um UN-Reform geht und die Unau ein bisschen in der Krise ist da wird nochmal dieser Standort Bonn eine große Bedeutung bekommen.
00:03:22: Wie gesagt ich war viele Jahre bei den Vereinten Nationen und vor drei Jahren habe ich dann aufgehört.
00:03:32: Das viel mir schwer, aber es war trotzdem eine sehr freiwillige Entscheidung.
00:03:36: Weil ich sehr lange schon einen Wunsch gehegt habe.
00:03:40: ein bisschen ein Traum von mir.
00:03:42: Ich habe über die Vereinten Nationen so interessante und spannende Leute kennengelernt aus dem politischen, aus dem kulturellen, künstlerischen Bereich das ich gedacht hab.
00:03:52: Mensch irgendwann möchte ich die Verbindung schaffen zwischen meiner großen internationalen Welt in der ich mich so viele Jahre sowohl gefühlt habe und mich so engagiert habe und meinem Dorf Hintergrund, aus dem ich tatsächlich komme.
00:04:06: Ich komme zum kleinen Dorf zwischen Hamburg und Lübeck Und wir haben ein altes Bauernhaus in Linau.
00:04:14: Das liegt wirklich genau zwischen Hamburg & Lübäck.
00:04:17: Da gibt es eine alte Tenne.
00:04:20: In dieser alten Tenne Haben wir jetzt einen Veranstaltungsort initiiert.
00:04:28: Dazu kann ich ja vielleicht gleich nochmal mehr sagen.
00:04:30: Aber das ist jetzt erstmal so'n kleiner Rundumschlag.
00:04:33: Ja, toll.
00:04:34: Wir hatten vorhin vergessen zu sagen du bist Mitglied im Zonterklub Lübeck.
00:04:37: das ist natürlich eine ganz tolle Bereicherung für den Klub dass du so viel internationale Erfahrung hast und Erfahrung mit Frauenteam.
00:04:47: aber vielleicht kannst du das mal ein bisschen uns erklären wie es bei UN Women zu arbeiten?
00:04:54: Was müssen wir uns vorstellen?
00:04:56: was waren da so Projekte, was waren deine Aufgaben?
00:05:02: Ich kann da vielleicht noch mal allgemein sagen, ich habe eben bei verschiedenen UNO-Organisationen gearbeitet und die letzten mehr als zehn Jahre meines Berufslebens war ich eben bei UN Women.
00:05:15: Eine Organisation, die ganz neu gegründet worden ist, ZWZ, sozusagen die letzte UN-Org, große UN-organisation gegrundet wurde hat sich zusammengesetzt aus vier verschiedenen anderen Organisationen und ich war die Büroleiterin in Brüssel.
00:05:32: Also UN Women arbeitet auf der ganzen Welt, insbesondere natürlich im Entwicklungsbereich.
00:05:40: Aber es geht darum Frauenpolitik zu stärken und sich für Gleichberechtigung einzusetzen.
00:05:46: Man hat eben bei der UNO gesagt Eigentlich machen die Vereinten Nationen schon sehr viel, aber es reicht eben noch nicht.
00:05:53: und darum wurde auch diese Organisation gegründet.
00:05:57: War auch sehr stark angetrieben wirklich von der globalen Frauenbewegung.
00:06:03: weil ist einfach so zu... Die Fortschritte im Bereich Gleichberechtigung sind einfach zu gering gewesen.
00:06:11: Und dann gab es eben auch sehr viele Mitgliedstaaten, die sich dafür eingesetzt haben dass diese Organisation gegründet wird.
00:06:18: Ja und was waren meine Aufgaben?
00:06:21: oder vielleicht erst mal?
00:06:22: Was hat UN Women insgesamt gemacht oder macht UN Women insgesamt.
00:06:27: Es geht um die Förderung von Gleichberechtigung, aber dann geht es eben speziell um die Themen Beendigung von Gewalt gegen Frauen, politische Teilhabe in allen Bereichen, ökonomische Teilhaben in allen bereichen und auch das Thema Frieden und Sicherheit.
00:06:49: wie kann die Rolle von Frauen in diesem Thema mehr gestärkt werden.
00:06:53: Jetzt fragt man sich vielleicht, warum nicht Bildung?
00:06:56: Warum nicht Gesundheit auf der normativen Ebene arbeitet UN Women auch zu diesen Themen.
00:07:02: aber insgesamt gibt es natürlich eine Aufgabenverteilung in den Vereinten Nationen und das sind andere Organisationen, die sich dann vielfach dafür einsetzen.
00:07:11: Und der damalige Generalsekretär hat auch immer gesagt Es ist nicht weil jetzt UN Women gegründet wird dass die anderen nichts mehr zu dem Thema machen sollen oder können, sondern genau das Gegenteil.
00:07:26: UN-Firmen wird auch dafür sorgen dass diese anderen Organisationen sich noch viel mehr für das Thema einsetzen.
00:07:33: Und meine Arbeit in Brüssel Und da ging es eben insbesondere darum, die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu verstärken.
00:07:44: Wir haben zusammengearbeitet im Politikbereich.
00:07:46: also wenn neue Richtlinien oder gesagt ja nicht richtig Gesetzesvorlagen aber in Politbereiche gestärkt werden sollten zum Thema Gleichberechtigung dann haben wir oft ein Input geleistet als Jürgen Wimmern aus aufgrund der normativen Lage, also auf dem was Julian Wirmann propagiert und wir haben Entwicklungsprojekte vor Ort mit finanziert.
00:08:22: Das wurde finanzieren über die Europäische Union.
00:08:25: das heißt wir haben also wirklich versucht das Fundraising voranzutreiben Und wir haben aber auch mit den anderen UN-Organisationen zusammengearbeitet oder auch mit der NATO gerade im Bereich Frieden und Sicherheit.
00:08:43: Was heißt das konkret?
00:08:44: Warst du hauptsächlich in Brüssel, oder warst du vor Ort und hast diese internationalen Projekte begleitet?
00:08:52: Wir haben viele Länderbüros von UN Women auf der ganzen Welt Koordinären natürlich die Arbeit direkt vor Ort.
00:08:59: Ich war teilweise auch in diesen Länderbüros, habe dann auch Gespräche geführt mit der Europäischen Union vor Ort um eben zu versuchen diese Zusammenarbeit zu verstärken.
00:09:13: Auch bei natürlich internationalen Konferenzen.
00:09:16: Aber hauptsächlich war ich wirklich in Brüssel, um da die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren zu stärken.
00:09:22: Es ging dann auch sehr viel um zusammenarbeit mit Nicht-Regierungsorganisationen.
00:09:27: Es gingen zum Beispiel darum, die Koordination zur Frauenrechtskommission, die jedes Jahr einmal in New York stattfindet, zu koordinieren und da wirklich die ganzen Akteure vor Ort in brüssel zusammenzubringen Und sozusagen unsere gemeinsamen Standpunkte zu festigen und zu diskutieren.
00:09:50: Warst du zu der Zeit schon Zontien, als du das gemacht hast?
00:09:53: Oder bist du hinter den Zonten geworden?
00:09:57: Ich war tatsächlich schon zonnchenseitig in Bonn gearbeitet habe.
00:10:01: Ich hab ja vorhin erzählt, ich war dabei als die UNO in Bonnen angesiedelt worden ist und damals gab es eine wunderbare Frau Marie-Hohen Berghorn, die damals für internationale Angelegenheiten bei der Stadt Bonn zuständig war.
00:10:17: mit der habe ich damals sehr eng zusammengearbeitet.
00:10:21: Wunderbare Zusammenarbeit oder hat einen neuen Santa Club in Bonn organisiert und da bin ich dann mit eingestiegen.
00:10:35: Das war sozusagen meine erste Zeit, zu der Zeit habe ich auch beim Volunteersprogramm der Vereinten Nationen gearbeitet Und in dem Zusammenhang hatte ich das Gefühl, mich arbeite global an der Förderung von ehrenamtlichen Engagement.
00:10:51: Da muss sich doch auch selber etwas hier vor Ort wohnen und somit bin ich zu zonter gekommen.
00:10:55: Es war eine tolle Zeit, da war eben auch so ne Aufbaustimmung und war wirklich ja sehr schön.
00:11:01: Dann bin ich nach Brüssel umgezogen und war dann die Leiterin von UN Women.
00:11:07: in Brüssel habe ich dann gedacht, das ist vielleicht ein bisschen ein Interessenkonflikt wenn ich jetzt hier auch bei Sonter einsteige.
00:11:16: Das war einfach zu nahe aber ich hab mit Sonter zusammengearbeitet.
00:11:21: wir haben einige Veranstaltungen gemacht zum Orange the World Day und rund um das Thema Gewalt gegen Frauen beenden.
00:11:30: Und das war immer sehr, sehr toll!
00:11:33: Naja und dann bin ich umgezogen, zwanzig zweiundzwanzig nach Lübeck.
00:11:38: und dann war das erste was ich gemacht habe als Neulübeckerin, wo ich dachte, ich hätte jetzt gerne Kontakt zu tollen Frauen und dann hab' ich eben den Lübacker Zonntagclub... Kontaktiert und die haben mich sehr herzlich aufgenommen.
00:11:53: Und ich muss sagen, das war einfach toll!
00:11:55: Also weil man dann ja sofort umgeben ist von Frauen mit denen man irgendwie auf einer Wellenlänge ist, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen und man mit denen sofort irgendwie gut ins Gespräch kommt und da sofort an Knöpfungspunkte sind.
00:12:10: Da bin ich auch sehr froh.
00:12:12: Jetzt hast du vorhin noch erzählt, du bist jetzt im Vorstand von UN Women Deutschland.
00:12:18: Vielleicht kannst du das nochmal auseinandernehmen?
00:12:20: Was ist das im Vergleich zu deiner früheren Tätigkeit?
00:12:25: Ja also das andere war ja eine internationale Position es war bei den Vereinten Nation und ging rund um Frauenförderung.
00:12:36: Jetzt ist es aber so dass UN Women ja auch gar nicht überall so bekannt ist.
00:12:42: Und auch in Deutschland, nach dieser Gründung im Jahr zwanzigzehn hat man eben gesagt, man muss einfach noch mehr machen das die Organisation bekannter wird.
00:12:49: und wie kann man auch die Organisation weiter unterstützen?
00:12:53: Eine der Vorläuferorganisationen von UN Women ist Unifem gewesen und damals gab es schon ein nationales Komitee für Unifems in Deutschland was dann zu dem Nationalen Komiteee von UN Women wurde.
00:13:11: Und das ist also eine Nicht-Regierungsorganisation, die die Arbeit von UN women unterstützt, dass sie sich für Gleichberechtigung in Deutschland einsetzt.
00:13:20: Die haben ihren Hauptsitz in Bonn und Berlin.
00:13:25: Dort bin ich jetzt im Vorstand, wir versuchen eben auch mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten um die Arbeit von UN Women weiter voranzutreiben und das Thema einfach hochzuhalten.
00:13:45: Zwei Jahren im Vorstand.
00:13:48: Letztes Jahr war noch mal eine Wahl und das bringt mir viel Freude, weil es natürlich auch heißt dass ich mich weiter für diese Themen einsetzen kann, für die ich mich so viele Jahre sehr stark engagiert habe.
00:14:00: Und eines ist ja auch klar Das Thema Gleichberechtigung erfährt hier momentan eher einen Rückschritt.
00:14:06: Wir müssen alle noch viel, viel mehr tun damit das Ganze nicht irgendwie ein bisschen zu sehr rückläufig ist und dass wir wirklich wieder sehen, dass wir mehr Fortschritte machen zu diesem Thema weil es einfach für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung so wichtig ist.
00:14:24: Ja und ich bin tatsächlich das einzige Vorstandsmitglied, was hier wirklich im hohen Norden Schleswig-Holstein sitzt.
00:14:33: Und von daher ist es natürlich besonders nett da auch sich zu engagieren und Dinge voran zu treiben.
00:14:39: Ja ganz kurze Frage weil ich gerade mich so ein bisschen umtrieb wie finanziert sich das Ganze?
00:14:48: Wie ist das alles ehrenamtlich oder sind also wie muss man sich das vorstellen, wie diese ganze Organisation funktioniert?
00:14:57: Ja, also jetzt rede ich mal über UNWEM Deutschland.
00:15:01: Also UNWem in Deutschland ist eine Nicht-Regierungsorganisation wird aus Mitgliederbeiträgen finanziert.
00:15:07: Also jeder kann und jede und jede kann Mitglied werden und somit auch die Arbeit unterstützen, aber gleichzeitig gibt es auch eine Projektfinanzierung vom Bildungs- und Frauenministerium.
00:15:22: Und dadurch ist es auch möglich dass UN Women Deutschland eine Geschäftsstelle hat in der einige Menschen Angestellt sind und die Arbeit vorantreiben.
00:15:35: Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich, ist ein Vorstand von acht Frauen und sehr engagiert.
00:15:42: Angela Langkamp ist die neue Präsidentin und ja das ist eine tolle Organisation, die doch einiges bewegt.
00:15:53: Jetzt hast du vorhin Eingangs schon gesagt, du hast dir einen Traum erfüllt.
00:15:57: Ich glaube mit deinem Mann zusammen, dass ihr ein altes Bauernhaus, ich weiß nicht gekauft oder wie auch immer und da habt ihr die sogenannte Lindenlounge Und für dich so ein bisschen eine Brücke, so hast du es vorhin erzählt.
00:16:10: zu dem bisherigen Leben und jetzt dem Leben auf dem Dorf Was passiert da?
00:16:16: Was müssen wir uns vorstellen?
00:16:19: Ja, also es ist tatsächlich ein altes Haus, das bei uns im Familienbesitz war und da war eben diese Tenne.
00:16:25: Die haben wir umgebaut und jetzt finden da regelmäßig Veranstaltungen zu internationalen Themen statt und das ist glaube ich auch ein bisschen eine Nische weil sie eben sehr international aufgestellt ist.
00:16:38: Jetzt in drei Tagen haben wir zum Beispiel die Autoren.
00:16:42: Gina Caillère Der Büroman im Herzen der Katze liest, es geht um den Iran.
00:16:48: Das ist natürlich jetzt im Moment gerade brandaktuell.
00:16:51: Es geht auf die Frauenbewegung in Iran und das ist wirklich ein faszinierendes Buch.
00:16:57: Und somit versuchen wir immer Themen, die sich rund um die Vereinten Nationen drehen, in die Lindenlaunch zu bringen.
00:17:07: Unser Motto ist ein bisschen das Globale zum Lokalen zu machen.
00:17:12: Das heißt, was bedeuten diese globalen Themen für uns hier auf dem Lande?
00:17:18: Und es ist wirklich spannend zu sehen dass bei unseren ganzen Veranstaltungen immer heftig diskutiert wird.
00:17:25: Die Leute sind so engagiert.
00:17:27: Ich glaube die genießen es auch einfach die Möglichkeit zum Austausch zu haben Und es bringt uns große Freude.
00:17:35: und das ist ein bisschen eine Fortführung zu dem, was ich vorher gemacht habe.
00:17:39: Weil es mir die Möglichkeit gibt, die Leute und Personen mit denen ich früher auch schon zusammengearbeitet hab oder die ich über meine Arbeit kennengelernt habe jetzt zu uns da zwischen Lübeck und Hamburg zu bringen.
00:17:53: Kann man bei euch auch übernachten?
00:17:54: Kann man bei euch Tagungen machen?
00:17:56: oder wie ist das?
00:17:57: Das
00:17:57: fragt mich viele Leute.
00:18:00: Wir sind ja erst seit einem Jahr dabei, also Ende März, seit Ende Märzt zwanzig fünfundzwanzig.
00:18:06: wir haben nicht direkt vor Ort Übernachtungsmöglichkeiten.
00:18:10: Wir haben übernachtungsmöglichkeit immer für den Künstler oder die Künstlerin, die zu uns kommen aber Leute, also eigentlich würden wir ein Seminar machen.
00:18:21: Dann gibt es kleine Hotels und Pensionen in der Umgebung wo wir dann etwas buchen können.
00:18:27: Wir werden tatsächlich versuchen mittel- und langfristig auch eine Möglichkeit zu schaffen, zum Beispiel für Artist in Residence.
00:18:35: Also dass Künstler oder Künstlerin bei uns länger eine Zeit verbringen können.
00:18:41: Wir hatten letztes Jahr eine vietnamesische Autorin Nuyen Phan Khwe Mai bei uns zu Gast.
00:18:50: Die hat auch nochmal betont, was für ein wunderschöner Ort es ist und wie wunderbar es auch für jemanden als Künstlerin wäre dort länger Zeit zu verbringen und an ihren Werken zu arbeiten.
00:19:00: Das sind ja tolle Perspektiven!
00:19:04: Ja, und dann hast du ja noch ein tolles Projekt.
00:19:06: Wir haben es vorhin in der Anmoderation schon gesagt nämlich Ski and Wine.
00:19:10: so haben wir dich überhaupt kennengelernt denn du hast uns oder ihr habt uns auf dem Area Meeting einen Wein einer Winzerin serviert.
00:19:19: ich glaube das war sogar ein alkoholfreier Wein oder ein alkofreier Sekku Und die haben wir auf deinen Hinweis hin auch schon im Podcast gehabt.
00:19:27: Das ist die Steffi Fröhlich vom Weingut Laudensbach.
00:19:31: Aber es ist natürlich nicht nur sie, sondern ihr habt euch so ein bisschen zum Ziel gesetzt wenn ich das richtig verstanden habe.
00:19:38: So diese Weinwelt die ja irgendwie männlich dominiert ist.
00:19:42: also ich stelle mir den Winzer in schmutzigen Gummistiefeln vor oder so.
00:19:46: aber ich hab' nicht das Bild dass is nun ne Frau und Winzerinnen eine ja eine Sichtbarkeit zu geben oder sowas.
00:19:56: vielleicht magst du dazu auch noch n bisschen was erzählen?
00:19:59: Ja, gerne.
00:20:00: Also die Idee ist entstanden tatsächlich bei meinem Abschiedsempfang in Brüssel.
00:20:05: Dort haben wir uns überlegt von unserem Büro-Auswert auch eigentlich gut.
00:20:11: Wir würden mal auch Walk the Talk machen und zu diesem Empfang Wein von Winzerinnen anzubieten Und das haben wir dann auch getan.
00:20:22: Das war wirklich ein Gespräch den ganzen Abend über, weil es einfach sonst nicht passiert.
00:20:28: Man trinkt den Wein und in diesem Fall haben wir das mal anders aufgezogen.
00:20:34: Wir hatten einen Catering-Unternehmen, was von Frauen geführt war.
00:20:40: so ein Gesprächsstoff war.
00:20:42: und weil ich dann dachte, Mensch es ist doch irgendwie verrückt.
00:20:44: Wir arbeiten an Gleichberechtigung aber wenn wir dann unser Konsumverhalten angucken dann machen wir gar nicht zu diesem Thema.
00:20:52: und somit habe ich dann gedacht zusammen mit anderen Frauen, mit denen ich an dem Abend gesprochen habe.
00:20:58: Das wäre doch was für um...was ich mich kümmern könnte wenn ich jetzt aufhöre bei der UNO zu arbeiten und die Lindenlaunch verwirkliche.
00:21:06: und somit hab' ich dann noch eine zweite GmbH gegründet und das ist Ski & Wein und da geht es insbesondere darum Winzerin Sichtbarkeit zu geben.
00:21:18: Ich finde, es ist ein Thema was einfach noch zu wenig Beachtung findet.
00:21:21: Steffi hat das sicherlich auch einige Stunden erzählt und ich erzähle ja immer gerne die eine Anekdote von einer der Winzerinnen, die Teil unseres Projektes ist und die meinte wenn sie auf einer Messe oder sie war auf einer Messer und dann kam ein Herr und meinte Darf ich mal bitte den Winzer sprechen?
00:21:44: Und dann meinte sie, ja das bin ich.
00:21:46: Ich bin die Winzerin und daraufhin meinte der Mann, ach dann möchte ich gerne mal den Chef sprechen!
00:21:51: Und daraufhin sagte sie, dass bin ich!
00:21:55: Dann ging er leider weg vom Stand und war also nicht zufrieden mit dem was er da... oder an geboten bekam und das finde ich einfach unsäglich.
00:22:06: Und ich finde, an diesem Thema müssen wir
00:22:07: arbeiten.".
00:22:10: Ich habe es dann ja auch in Lübeck hier gemacht.
00:22:12: Ich war bei einigen Weinhandlungen am Anfang und habe einfach mal gefragt, haben Sie einen Wein von einer Winzerin?
00:22:18: Dann war immer erst einmal großes Erstaun... Die meisten haben dann irgendwo aus dem Regal auch eine Flasche herausgezogen, aber es ist eben immer noch in der Minderheit.
00:22:27: Während sich die Statistik eigentlich dahin entwickelt, dass mehr und mehr Frauen auch in diesen Winzerberuf arbeiten.
00:22:35: Und ich finde das muss man einfach unterstützen.
00:22:40: Das hat uns übrigens auch Steffi erzählt.
00:22:42: Das hätte ich jetzt gerade mal angemerkt.
00:22:43: Er hat gesagt, es sind gar nicht so wenig Winzerinnen der große Unterschied mehr.
00:22:51: Also die sind da anscheinend sehr auf dem Vormarsch?
00:22:55: Absolut, also wenn man sich die Statistiken anguckt, die gehen eigentlich in diese Richtung was schön ist weil wir mit der Gleichberechtigung im Moment weltweit eher teilweise ja auch rückschritte sehen.
00:23:06: Also von daher das ist eine gute Sache.
00:23:09: Und man kann, das können wir vielleicht an dieser Stelle noch mal sagen.
00:23:13: Man kann bei euch Weinpakete bestellen die von Winzerinnen sind.
00:23:18: Das vielleicht...
00:23:20: Wir haben erst
00:23:21: einmal ein Paket
00:23:23: wo wir sagen okay wir wollen eigentlich was für jede und je denn einpacken.
00:23:29: also ein buntes Püppere vom alkoholfreien Seko von Steffi bis zum Rieslingsekt, also da ist alles dabei.
00:23:41: Ja vielen Dank Dagmar für diesen bunten Blumenstrauß an Themen von UN Women über die Vorstandsarbeit bei UN Women Deutschland Lindenlaut.
00:23:54: und jetzt noch mal zum Wein zurück!
00:23:56: Vielen vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg mit all deinen Projekten sei es in der Linden Laute oder mit dem Wein.
00:24:04: Vielen, vielen Dank.
00:24:05: Es war einfach herrlich mit euch heute Morgen zu klönen!
00:24:08: Danke
00:24:09: dir!
00:24:10: Vielen Dank, Dagmar!
00:24:11: Tschüss!
Neuer Kommentar