139. Machtgebiete - im Gespräch mit Christina Sontheim-Leven

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Christina Sontheim‑Leven. Christina ist Karriere‑Mentorin und Speakerin, als ehemalige Top-Managerin ist sie Mit-Autorin des Buches „Machtgebiete: Was Managerinnen erleben und wie sie gegenhalten“. Christina ist Volljuristin und hat einem Master in Rechtsinformatik.
Christina berichtet uns was sie als Top-Managerin erlebt hat. Sie erzählt uns, welche Geschichten aus dem Buch sie am meisten bewegt haben und warum Unternehmen gut beraten sind eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen und dann gezielt Frauen in Führungspositionen zu entwickeln, um diverser und zukunftsfähiger zu werden. Für Männer hat sie drei Tipps: 1. Mund zu, 2. Mund auf und 3. Ohren auf. Was es damit auf sich hat und warum der Einsatz für Gleichstellung nur die Korrrektur der Verzerrung und damit der Einsatz für Demokratie ist, hört ihr in dieser Folge.
Ihr Antrieb ist klar: Frauen stärken und Führung neu denken. Zum Abschluss hat Christina einen eindringlichen Appell: „Liebe Frauen, wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie vorgestern.“

Transkript anzeigen

00:00:13: Herzlich willkommen zum Zonter Podcast Theetit!

00:00:15: Ich bin Susanne

00:00:17: und ich bin Ute.

00:00:19: Und unser Podcast, den könnt ihr alle vierzehn Tage auf Spotify oder allen gängigen Online-Plattformen abhören und es geht immer um das Thema rund um Frauen und Mädchen.

00:00:32: Ja und heute haben wir einen Gast Christina Sondheim Leven Und unser heutiger Podcast knüpft an, an unseren letzten Podcast mit Bettina.

00:00:43: Denn Christina und Bettina haben gemeinsam mit Anna-Sophie ein Buch geschrieben was durch die Decke geht Machtgebiete!

00:00:52: Wir freuen uns ganz besonders Christina das du Zeit für uns hast.

00:00:56: herzlich willkommen.

00:00:58: Vielen lieben Dank, liebe Susanne, liebe Ute.

00:01:00: Und wie sich das gehört habe ich zu unserer Tätik natürlich auch meinen großen roten Tee-Tasse.

00:01:07: Sehr

00:01:07: gut!

00:01:10: Wenn es also zwischendrin schlürft, wie sich dass Gehörstich war, dann fahre ich mich stark zu unserem Klönschnack.

00:01:19: Ja sehr gut genau und Klönsschnack ist ein gutes Wort denn wir wollen tatsächlich ein bisschen Plaudern, ich will dich erst mal ein bisschen vorstellen, Christina.

00:01:32: Du hast mal Rechtswissenschaften studiert, du hast Informatik studiert.

00:01:37: Du bist ja an vielen Stellen Führungskraft gewesen, Vorständin gewesen.

00:01:43: Hast dich jetzt mit KI beschäftigt?

00:01:45: Ich kann das gar nicht alles aufzählen was du alles gemacht hast Und du hast jetzt unlängst mit den beiden, die wir gerade schon erwähnt haben das Buch Machtgebiete rausgebracht.

00:01:56: Wo es darum geht was Managerinnen ja so erleben in unserer Welt aktuell in den Unternehmen und sehr spannendes Thema.

00:02:08: aber vielleicht stellst du dich erst mal ein bisschen mehr vor als ich das jetzt von außen gemacht habe.

00:02:14: Das ist ja lieb von dir.

00:02:16: In der Tat, ich bin von Haus aus Volljuristin habe dann damals schon etwas sehr Ungewöhnliches gemacht, nämlich eben ein Master in Rechtsinformatik und bin dann aus klassischen juristischen Rollen immer mehr ins Management gegangen.

00:02:30: War also erforder bin erfahrene Topmanagerin in ganz unterschiedlichen Branchen und Quer durch alle Unternehmensgrößen zuletzt in einer Position als Estagsvorstände habe mich dann aber auch mit dem stärker auftretenden mit der stärker auftretenden Relevanz vom TIFF als KI-Expertin zertifizieren lassen und bringe deswegen nicht nur breite Branchenerfahrungen in internationalen Konzernen, in mittelständischen Unternehmen sondern eben auch die Leidenschaft und die Erfahrung für das Thema Digitalisierung.

00:03:07: Darüber hinaus bin ich seit einem Jahr auch executive mentoring.

00:03:13: ich begleite insbesondere führungspersönlichkeiten auf dem c-level unterstütze sie dabei sich entweder in komplexen organisationen wirksam zu positionieren oder helfe ihnen übergänge erfolgreich zu gestalten und damit auch ihre führungsrolle und ihre machtgebiete zu scharfen.

00:03:31: Und insofern berate ich, glaube man kann so im Groben sagen.

00:03:35: Ich berate zu allem was Transformation, Leadership und verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz heißt.

00:03:44: Das mache ich mit großer Freude.

00:03:45: Ja

00:03:45: super spannend!

00:03:47: Also... Ich freue mich auf unser Gespräch.

00:03:50: Du hast so schön ausgesagt oder geschrieben, ich habe es irgendwo über dich gelesen dass du Frauen auch gerne mit dem Raketenantrieb für ihre Karriere ausstatten willst.

00:04:01: und das ist natürlich besonders schön finde ich von so erfahrenen Managerinnen zu profitieren und zu lernen.

00:04:10: und das is ja im Grunde auch das was euer Buch macht, wir haben das im letzten Podcast mit der Bettina schon besprochen.

00:04:16: Das war ja so eure Intention, fünfzig Managerinnen zu befragen die es geschafft haben könnte man ein bisschen in Tüdelchen sagen.

00:04:25: aber der Weg war nicht immer einfach und ich glaube dass ist auch ein Thema.

00:04:30: Wir verschenken einfach irre viel volkswirtschaftliches Potenzial wenn wir Frauen immer noch an die Seite stellen.

00:04:41: Uns würde interessieren, was hast du denn selber so erlebt?

00:04:45: Denn du bist ja solch eine Managerin und vielleicht magst Du einfach ein paar Geschichten erleben wo wir wahrscheinlich den Kopf drüber schütteln werden.

00:04:54: Aber trotzdem ist es ja spannend das mal zu hören.

00:04:58: Ja sehr gerne.

00:05:00: Was mit dem Raketen antrieb?

00:05:01: das sage ich deswegen immer weil Ich bin zwar keine klassische Coach, so würde ich mich auch nie nennen.

00:05:08: Aber ich bin inzwischen wirklich erfahrene Mentorin und eigentlich mache ich seit zwanzig Jahren nichts anderes als Frauen zu stärken da wo ich kann Frauen Zuführung zu ermutigen und einfach auch an ihrer Seite zu sein weil ich irgendwann festgestellt habe im Laufe meiner Karriere dass ich mir das wirklich sehr gerne gewünscht hätte.

00:05:27: vielleicht wäre dann auch die ein oder andere Geschichte sogar nicht passiert denke ich mehr oft Und ich merke Wie toll das ist, wenn man jemanden entweder an seiner Seite hat oder eben noch viel besser.

00:05:39: letztens sagt eine zu mir.

00:05:41: Du bist meine Wingwomen oder der Wind unter meinen Flügeln und es fand ich auch ein schönes Bild.

00:05:46: Es vielleicht nicht ganz so schnell wie den Raketenantrieb aber genauso wird.

00:05:51: Das ist für mich sehr erfüllend denn... um mal den Bogen zu schlagen.

00:05:56: Das, was ich erlebt habe war oft eben nicht so schön!

00:05:59: Ich war ganz viel auf die einzige Frau oder die erste Frau im Raum in sehr männlich geprägten Umfeldern und Führungsrollen... Und weißt du bei mir ging das schon los?

00:06:11: Du musst dir vorstellen, jetzt hab' ich heute die Haare zusammen gelabt, aber ich hatte einen ganz wilden locken Kopf und der war früher auch schon da.

00:06:18: nur hatte ich früher ein fables Roter.

00:06:23: Ich fand das zu einem Zeitpunkt ganz schick und ganz passend.

00:06:27: Und ich weiß noch wie, also schon in den Gesprächen für meine erste See-Levelposition dann der Hethan dazu mir sagte Ja, was unter dem Leben!

00:06:34: Also wenn es jetzt hier in die nächste Runde geht, dann müssten sich aber mal eine andere Haarfarbe zulegen damit dass dann auch der Seriösität der Rolle entspricht.

00:06:45: Was hat denn nun das, was ich auf dem Kopf habe mit dem zu tun?

00:06:49: Was in meinem Kopf ist und wofür ich eigentlich eingestellt werden soll.

00:06:54: Und das zieht sich ja dann auch weiter.

00:06:56: Dann bist du einer Expertinnenfunktion, sollst aus dieser Funktion heraus in einem wichtigen Meeting etwas sagen, tust es auch und kriegst dann hinterher gesagt Ja also es wäre schön wenn sie sich beim nächsten Mal doch eher auf ihre dekorative Rolle konzentrieren würden.

00:07:15: Und auch da merkst

00:07:16: du,

00:07:19: das ist irgendwie anders.

00:07:20: Das ist anders als das was du in Schule und Studium kennengelernt hast wo man dich dafür geschätzt hat, dass du mitbringst.

00:07:26: plötzlich sind es andere Spielregeln die da gelten und die dir vorher nicht so wirklich jemand erklärt hat und die du vielleicht gar nicht gut findest und auch nicht so mitspielen möchtest.

00:07:40: Ich meine bei mir...

00:07:43: Wenn ich da kurz einhaken darf, Christina.

00:07:45: Das finde ich einen sehr interessanten Aspekt denn meine Tochter macht gerade Abitur und wir sprechen natürlich zu Hause ganz viel darüber und die sagt Mama was du immer hast also das was du erzählst das glaube ich nicht das ist doch ganz anders usw.. Das ist tatsächlich finde ich sehr interessant dieser Widerspruch.

00:08:04: wie erlebt man dass in der Schule vielleicht auch noch in der Universität weiß ich nicht, kann jetzt von meiner Tochter nichts sagen.

00:08:10: Und wie ist es dann tatsächlich im Berufsleben?

00:08:13: Das ist ja wie so eine Klatsche die du im Grunde kriegst weil du's einfach auch nicht erwartest.

00:08:20: Naja, weil... Schau mal!

00:08:22: In der Schule und auch an der Uni wird schon noch zumindest weitgehend neutral auf das Thema Leistung geschaut.

00:08:31: Gerade an der Uni sind ja sogar die Glasuren anonym, wenn sie korrigiert werden.

00:08:35: Da guckt keiner drauf.

00:08:36: ist es jetzt was, dass eine Frau oder ein Mann geschrieben hat und auch in der Schule zumindest zu meiner Zeit hat das keine Rolle gespielt.

00:08:45: Und dann kommst du aus diesem fast schon geschützten Raum in einer Arbeitswelt, in der das ganz anders gelegt wird.

00:08:55: Das hat dich nicht wirklich irgendjemand vorbereitet.

00:08:58: Und ich glaube, das ist auch der erste Realitätsclash!

00:09:02: Das sehe ich oft auch wenn ich mit jungen Frauen spreche die vielleicht auch frisch noch von der Uni sind... Die dann auch mal sagen nein wir brauchen keine Quote Ich würde niemals die Quotenfrau sein wollen so wie du ja Ich dann immer denke, ja ich weiß es habe mich auch am Anfang meiner Karriere gedacht.

00:09:21: Und dann kam die Wirklichkeit und irgendwann beginnste zu verstehen warum wir zumindest für eine gewisse Zeit doch noch eine Quote brauchen weil wir plötzlich nicht mehr selbstverständlich da hinkommen durch das was wir mitbringen wo wir eigentlich hin sollten.

00:09:38: Und jetzt hast du gesagt, dass ... Du hast Beispiele gebracht von der ersten Ziel-Level-Position.

00:09:44: Wie ging es dann weiter?

00:09:45: Also als die Karriereleiter weiter nach oben ja weiß ich nicht gestiegen bist oder geklettert bist oder wie auch immer ich es sagen soll... Was waren da Beobachtungen?

00:09:57: Wurden die Dinge krasser?

00:10:00: wurden sie anders?

00:10:01: was passierte da?

00:10:04: Weißt du sind gar nicht so sehr die krassen Dinger.

00:10:09: Also ja, es sind auch die krassen Dinge so vielleicht.

00:10:11: Aber das was müde macht und was so on the long run zehrt ist eher die vielen kleinen Piechse.

00:10:19: Und auch damit bin ich nicht allein Das haben wir in den Interview mit diesen tollen fünfzig Frauen immer wieder gesehen.

00:10:25: Es sind die lustigen Witze, die nicht witzig sind unangebrachten Kommentare, die kleinen Seitenhebe.

00:10:33: Die Nickeligkeiten, die Kleinfies halten, die Gerüchte gestreut werden, der Ausschluss aus bestimmten Runden und so weiter.

00:10:41: also zu den vielen kleinen Nadelstiche, die man da täglich versucht irgendwie wegzulächeln, die einem am Ende einer Karriere oder auch schon mitten drin so viel zusätzliche Kraftkosten und so ermügen.

00:10:55: Und ja natürlich gab es auch größere Dinge.

00:10:59: Ein Beispiel, was ich im Buch teile ist aus einer meiner Management-Positionen.

00:11:04: Wo wir als Managementteam bei einer großen Firmenfeier waren und dann kam der ganz wichtige Mensch aus den USA und dann stand war da eine große Runde und die Männer wurden alle so mit Handshake und ja Bro und auf die Schulterklopfen begrüßt Und dann kam er zu mir.

00:11:23: Ich kannte den Mann auch bis dato nicht, muss man dazu sagen.

00:11:26: Stellt sich vor mich, nimmt mein Gesicht in beide Hände und schmatzt mir einen ekelhaft feuchten Schmatz mitten auf den Mund Und ich stehe da und bin total paralysiert, weiß in dem Moment überhaupt nicht wie mir geschieht oder wie ich reagieren soll.

00:11:44: Die Herren um mich rum gucken alle irgendwie Löcher in die Luft Da reagiert auch keiner Und ich habe mich dann erstmal aufs Klub verabschiedet, um mich mal wieder zu sammeln und vielleicht auch ein kleines Tränchen zu verdrücken.

00:11:57: Weil das so ekelig und so uneingebracht war!

00:12:01: Auch damit bin ich nicht allein, weißt du?

00:12:03: Das war vielleicht auch dass die Bettina hat es ja schon erzählt was uns so schockiert hat... ...das Ja auch da oben finden noch diese Dinge statt.

00:12:13: Ich kann sagen, das war bei uns schon gar nicht so schlimm im Vergleich zu dem was andere Frauen da noch erlebt haben und was wir auch im Buch erzählen.

00:12:20: Und trotzdem die Verletzungen der Schock und all diese Dinge und die Herabwürdigung bleiben ja trotzdem und werden von jeder Individuelle empfunden.

00:12:32: Wir sehen es doch gerade mit den ganzen Situationen rund um die Colleen Fernandez Bitte, was ist denn in dieser Gesellschaft los?

00:12:39: Was ist dann inzwischen alles toleriert.

00:12:45: Ich, was ich auch ganz schlimm finde tatsächlich das so gerade

00:12:48: sagst die

00:12:49: anderen standen alle dabei und haben Löcher in die Luft geguckt.

00:12:53: also

00:12:54: dass es ja glaube ich auch der Ansatz den wir brauchen männliche Verbündete zu finden also dass sie einfach das erkennen und auch tatsächlich etwas sagen wenn man sonst da wirklich völlig allein gelassen wird.

00:13:06: Ja Das ist das, was ich mir so wünsche.

00:13:11: Es wird ja ganz aufgefragt die Frauen müssen mutiger sein.

00:13:13: Die Frauen sollen nach vorne gehen, die Frauen sollen sich führen und trauen, die Frau sollen den Mund aufmachen auch was die Frauen alles machen sollen.

00:13:21: Ich finde es schön wenn wir auch mehr darüber reden wo die Männer mutig sein können mehr den Mund für andere Frauen aufmachen.

00:13:29: Wo die Männer mit uns jütend werden, dass das möglich ist und in dem Moment verstehen, dass was der Anderen passiert auch ihrer Frau, ihrer Tochter, ihrer Nichte, ihrer Nachbarin passieren könnte.

00:13:41: Und mal anfangen zu begreifen, in welcher Lebensrealität wir leben jeden Tag.

00:13:49: Diese Endpatien, diese Mitfühlen und daraus eine Leidenschaft entwickeln etwas daran zu verändern Das ist glaube ich ein ganz, ganz großer Katalysator.

00:14:00: Wenn wir jetzt mal uns in die Schuhe – also ich finde das genau der richtige Weg und wenn wir das Buch «Wenn die letzte Frau den Raum verlässt» angucken dann ist es ja einfach auch so dass Männer sagen nur wenn Männer etwas verändern und wenn Männer aufstehen, also dieses Thema Mail Allyship wird sich wirklich etwas verändern.

00:14:23: Wir können hier noch Podcasts machen, noch nöcher.

00:14:27: es wird sich nichts verändern wenn Männer nicht bei solchen Witzen sagen Mensch nicht mein Humor oder das hat hier keinen Platz oder so etwas.

00:14:40: was wären denn so ganz konkrete Dinge die du Männern anraten, würde es denn formal?

00:14:48: Das beschreiben die ja in ihrem Buch gut.

00:14:51: Solange die Frauen im Raum sind ist das natürlich alles sozial erwünscht.

00:14:55: Wir brauchen Frauen wir brauchen Die Quote oder wir brauchen mindestens Frauen in Führungsposition.

00:15:02: Aber was müssen sie konkret anders tun?

00:15:05: wie müssen Sie sich verhalten?

00:15:09: Ich habe mal im lausen meiner Karriere gelernt dass man dem Publikum immer nur drei Sachen zumuten kann.

00:15:15: Mehr kann sich in so einer Geschichte niemand werben

00:15:18: und das versuche ich

00:15:19: auch bei unseren Lesungen zu beherzigen, deswegen für Männer gibt es drei Ratschläge.

00:15:27: der erste lautet Mund zu.

00:15:30: Frauen werden von Männern dreimal häufiger pro Minute übrigens unterbrauchen als umgekehrt Das heißt einfach mal ganz bewusst den Mund zulassen ausreden lassen, schauen sind denn alle Stimmen zu Wort gekommen.

00:15:45: Zweitens Mund auf!

00:15:48: Was wir gerade besprochen haben.

00:15:50: den Mund auf machen an der richtigen Stelle laut sein für andere mutig sein wenn irgendwo etwas passiert was nicht in Ordnung ist und das dritte Ohren auf ja hör doch mal zu Wenn du da sitzt und mir im Brustton der Überzeugung erzählst, das mag ja überall anders sein.

00:16:10: Aber bei uns ist alles tippitoppi im Unternehmen!

00:16:13: Dann frag doch bitte mal deine Kollegin was sie so erlebt oder wenn du dich nicht draus fragt zu Hause beim Abendessen mal deine Frau, deine Tochter wie deren Alltag eigentlich so aussieht.

00:16:25: Frag mal wo gibt es Situationen wo ihr euch nicht komfortabel fühlt?

00:16:29: Wie ist das eigentlich bei dir in deinem Unternehmensalltag?

00:16:32: Schatz Ja, wirst du immer auf Augenhöhe behandelt?

00:16:35: Und dann lasst euch doch mal überraschen von einem Perspektivwechsel der plötzlich ganz nah bei euch in eurem Umfeld ist.

00:16:43: Denn es heißt ja immer Betroffenheit schafft Beteiligung und vielleicht hilft auch diese individuelle Betroffenkeit dann zu merken.

00:16:52: das sind nicht nur irgendwelche Fünfzig Top Managerinnen und aber Tausende von Frauen die sich inzwischen bei uns gemeldet haben.

00:16:58: nein Das ist meine Frau und meine Tochter, meine Nichtle.

00:17:02: Meine Arbeitskollegin die ich so sehr schätze und liebe denen das auch passiert.

00:17:08: Ich glaube dass es ein ganz wichtiger Punkt.

00:17:10: ich hatte kürzlich tatsächlich einen Kunden Die genau da traf genau das zu was du gerade beschrieben hast.

00:17:17: Ach wir wollen doch mal eine Umfrage machen zum Thema Gleichberechtigung.

00:17:21: in der Annahme Wir kriegen den Stempel Es ist alles so gut.

00:17:26: Und dann kamen da so, so viele Zitate – also die quantitativen Daten waren noch das eine -, aber die Zitate, die waren wirklich schockierend was Frauen sich zu jeden Tag anhören müssen und was sie auch einfach tun und runterschlucken und mitnehmen.

00:17:46: Das ist genau das Christina, was du gesagt hast, was einen so müde macht was ein so viel Energie kostet.

00:17:56: Die eine Managerin im Buch hat das mit einem wunderschönen Beispiel beschrieben, die hat gesagt... ...die ersten Kommentare ist wie wenn du einen Mückenstich hast.

00:18:08: Ja der juckt dich ein bisschen okay und dann kommt der nächste und der nächste.

00:18:13: Und wer mal irgendwie ne Woche kämpfen am See war?

00:18:15: Und weiß, die man dann nachts oder Woche mit dem Raden von Mücken aussieht.

00:18:22: Der kann es vielleicht halbwegs nachempfinden wie das ist wenn ich dein ganzer Körper voller Mittensstiche juckt und dann kommt wieder eine um ihr Ecke wieder so ein komischer Kommentar und dann sagt er diese Managerin Dann würdest du am liebsten mit der Bazuka auf diese Mücke schießen!

00:18:38: Um nicht rum gucken dich alle an und sagen... Also jetzt reagierst du aber ein bisschen über mit dieser kleinen Möcke und verkennen, dass das eigentlich der berühmte Trotzen ist, der das fast zum Überlaufen gebracht hat.

00:18:55: Jetzt haben wir so diese perspektive.

00:18:58: Männer genommen.

00:19:01: Unternehmen bestehen ja aus Menschen Und ich höre immer wieder, dass Unternehmensagen Ja und was können wir denn tun?

00:19:11: um mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen.

00:19:15: Das ist ja ein weites Anliegen, Frauenquote hatten wir vorhin schon mal.

00:19:20: man kann das auch schöner formulieren und kann ja nicht sagen Quote sondern kann sagen dass es unsere Zielmarke oder was weiß ich macht's.

00:19:26: am Ende aber bleibt ja das gleiche.

00:19:31: Aber welche Erfahrung hast du damit gemacht?

00:19:33: Was sollten könnten Unternehmen tun?

00:19:42: Also wenn ich Unternehmen dazu berate, was ich ja mache aus meiner Expertise heraus ist.

00:19:48: Dann beginnt alles immer mit einem mal ehrlichen Dick auf den Status quo.

00:19:53: Du hast es eben schon gesagt sich mal dem stellen Mal in alle Ehrlichkeit auf die Zahlen gucken eine anonyme Umfrage machen und Pulse checken Menschen befragen Und wirklich schauen wo stehen wir eigentlich?

00:20:12: ran an die Strukturen, ja.

00:20:14: Wie sehen eigentlich unsere Beförderungsprozesse aus?

00:20:18: Wie kommt man eigentlich bei uns in Detailant-Pipeline?

00:20:22: Wie ist denn eigentlich unsere Nachfolgeplanung gestrickt

00:20:25: etc.,

00:20:26: etc.?

00:20:27: Und ja haben wir uns dann eine Selbstverpflichtungen gegeben und haben uns eine Quote gegeben.

00:20:33: Man kann auch sagen Wir geben uns eine Männerquote nicht wahr!

00:20:37: Du kannst ja aus einer dreißig Prozent Frauenquote kannst du auch eine siebzig Prozent Männerquote machen.

00:20:48: Sosanne, du kommst ja aus der Kommunikation da weißt Du das hat gleich was ganz anderes.

00:20:54: Absolut absolut.

00:20:55: aber ich glaube dass ist da sagst du etwas ganz wichtiges.

00:20:58: wirklich ne Bestandsaufnahme zu machen und erstmal sich wirklich mit dem zu konfrontieren was eigentlich da ist nicht zu glauben achja es doch alles prima

00:21:08: Richtig, und da natürlich das allerwichtigste.

00:21:16: Es darf nicht sein dass man sagt so liebe Herr jetzt dürft ihr euch mal drum kümmern dass alles tutti wird.

00:21:22: und ja und natürlich die Frauen die müssen es auch rechnen.

00:21:25: nein das ist eine Führungsaufgabe und Führung beginnt oben beginnt im Bord im Vorstand bei der Geschäftsführung.

00:21:32: Und ja, natürlich die Frauen müssen mitmachen.

00:21:34: Aber die Männer müssen genauso beharzt dabei sein.

00:21:37: und wenn man dann Antibias Trainings gibt... Dann muss natürlich auch der Chef mitmachen!

00:21:42: Wenn der erste Mann nach Elternzeit länger als zwei Urlaubsmonaten fragt, dann darf er nicht zu hören kriegen.

00:21:49: Na ja, dann wird's hier aber nichts mehr mit der Karriere du Mädchen?

00:21:51: Ja, sondern muss man den feiern und noch vorne stellen und zeigen dass natürlich auf diese Männer Karrieren machen können weiterhin.

00:22:00: Und ich glaube auch da wieder sagst du was ganz Wichtiges, dann nicht nach dieser Bestandsaufnahme zu sagen ach schön dass wir mal gefragt haben.

00:22:09: Wir legen das jetzt mal in die Schublade weil das ist nicht der Stempel den wir wollten sondern dann wirklich genau die Ansatzpunkte zu identifizieren die Du sagst und wirklich damit vorangehen.

00:22:20: Wenn das getragen ist von einer ja doch meist noch männlich dominierten Führungsriege dann kann tatsächlich etwas in Gang kommen.

00:22:32: Am Ende des Tages, und so versuchen wir es in unserem Buch her auch zu beschreiben geht es darum eine andere Form des Miteinanders, eine andere form der Kultur zu schaffen.

00:22:42: man sagt ja immer so schöne kultur ist wie luft du siehst sie nicht aber du atmest sie ständig ein und sie hält dich am leben oder eben auch nicht oft Frauen dann aus Unternehmen gehen.

00:22:56: Aus Führungspositionen liegt eben daran, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes dort keine Luft mehr kriegen.

00:23:01: Dass wir einen Umfeld schaffen in dem Sie nicht wirksam sein können und das ist wirklich auch betriebswirtschaftlich unklug nicht war.

00:23:10: also die Nachbesetzung einer durchschnittlichen Stelle kostet ja allein schon zwischen dreißigund vierzigtausend Euro.

00:23:18: eine Führungsposition bist du bei den Kosten locker zwischen achtzig und hunderttausends Euro.

00:23:23: Das ist einfach auch total sinnvoll jetzt mal aus einer Kostenbrille heraus für das Thema Retention.

00:23:31: Also Menschen nicht nur finden, sondern auch zu begeistern und zu halten sehr sinnvoll für Unternehmen das zu tun.

00:23:39: Und wir wissen wie die Demografie sich entwickelt?

00:23:42: Wir wissen wie der Fachkräftemangel sich entwickeln wird?

00:23:44: Das wird ja alles nicht besser als insofern da rein zu investieren.

00:23:48: Ist aus meiner Sicht einfach auch unternehmerisch klug.

00:23:55: Christina, ich würde ganz gerne noch

00:23:57: eine Sache fragen

00:23:58: bevor wir hier mit dem Podcast auf das Ende zu kommen.

00:24:01: Und zwar hattest du

00:24:03: ein Zitat

00:24:04: bei Linkit in geschrieben Und da geht es auch nochmal um die Gleichstellung und wenn wir die vertagen oder als Voken Kram hast du da, glaube ich geschrieben abzun.

00:24:21: Dann vertagen wir auch gleichzeitig die Demokratie.

00:24:26: Mich hat das ganze Zitat, dass es noch ein bisschen länger und das kann jeder gerne da vielleicht nochmal nachlesen.

00:24:31: Sehr beeindruckt!

00:24:32: Ich würde ganz gerne nochmal so deine Meinung und Einstellung dazu hören weil ich finde tatsächlich, dass das ein ganz wichtiges Thema zur Zeit ist was uns Frauen auch wirklich beschäftigen sollte.

00:24:45: Magst du dann nochmal ein bisschen näher drauf eingehen?

00:24:47: Es ist natürlich auch, weißt du als Juristin beschäftigt mich das sehr.

00:24:55: Wo unsere Demokratie hingeht und Demokratie in ihrer Urform bedeutet Macht zu teilen.

00:25:05: Man nennt es ja was wir haben eine Gewaltenteilung Und eine Demokratie die macht nicht paritätisch verteilt Die verliert mittel- und langfristig Vertrauen.

00:25:16: Das sehen wir dass die Menschen dann das Vertrauen woanders suchen in vermeintlich einfachen Lösungen und dort, wo sie glauben gehört zu finden.

00:25:27: Und gleichzeitig... Das Thema Gleichstellung ist in unserem Grundgesetz verankert und zwar nicht nur als Versprechen sondern also ein harter Anspruch und damit natürlich auch als demokratischer Qualitätsmaßstab ja?

00:25:44: Die Elke Bühnenbänder hat gestern so wundervoll gesagt.

00:25:49: Die Quote ist deswegen kein Widerspruch zu unserem Leistungsprinzip, sondern sie ist in einem demokratischen System eine Korrektur seiner Verzerrung.

00:26:02: und am Ende des Tages wird sich an dieser Grundfrage auch entscheiden ob wir eine resiliente Demokratie oder eine florierende Wirtschaft haben oder ob wir ihn extremen abrutschen.

00:26:12: Und dieses Thema Gleichstellung und Demokratie fängt ja auch schon im Kleinen an, nicht wahr?

00:26:17: Wenn wir über Gender-Paget reden.

00:26:19: wenn wir über Altersarmut als Risiko für Frauen reden dann müssen wir uns immer klar machen, Demokratie braucht Menschen die sich Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes leisten können, nämlich in dem Abhängigkeiten reduziert werden und auch ökonomische Selbstständigkeit überhaupt erst ermöglicht wird.

00:26:40: Insofern das spielt an so vielen Stellen rein.

00:26:43: Demokratie bedeutet wirklich jede Stimme wird gehört.

00:26:48: Und Demokratie heißt übrigens dass es keinen Machtmissbrauch geben darf.

00:26:54: Das heißt, Gleichstellung statt ob Demokratie weil sie in Machtsystemen das aufbricht was sonst leicht passieren kann denn wenn macht sich total selber ähnelt dann werden nämlich Grenzüberschreitungen ganz oft eben nicht sanktioniert.

00:27:09: wir sehen das leider sehr sehr krass zum Beispiel in Apps die einfalls.

00:27:13: ja.

00:27:14: Insofern glaube ich beide Themen hängen ganz eng miteinander zusammen und deswegen auch das, was wir errechnet haben.

00:27:22: Nicht wahr?

00:27:23: Die Bettina hat es erzählt die dreihundertsevtig Milliarden Euro jährlicher Wohlstandsverlust durch die fehlende Gleichstellung in Deutschland.

00:27:31: Das ist deswegen so wichtig weil wir mit diesen Euro ganz viele Versprechen einlösen könnten.

00:27:37: Wir können Flächendecken Kitas bauen.

00:27:39: Wir hätten Geld um das Elterngeld zu reformieren für mehr Vätermonate.

00:27:44: Wir könnten das Ehegattensplitting abschaffen.

00:27:46: Wir konnten Rechenzentren bauen.

00:27:49: Integration tun und, also ganz viel um auch wieder das Vertrauen der Bürger in die Versprechen zu stärken.

00:27:58: Ja vielen, vielen Dank Christina!

00:28:01: Das fand ich ein ganz tollen Bogen von dem eigenen... Von deinem individuellen Erleben über die Frauen, über die Männer, über den Unternehmen aber bis hin zur gesellschaftlichen Relevanz dieses Themas Gleichstellung Frauen in Führungspositionen und wie sind, um den Titel des Buches nochmal aufzugreifen.

00:28:23: Wie sind eigentlich die Machtgebiete aufgeteilt?

00:28:27: Also gemeinsam sollten wir auf jeden Fall weiter in diese Richtung arbeiten ganz intensiv denn ich glaube es ist deutlich geworden dass es sich auf jeden fall lohnt!

00:28:38: Vielen lieben Dank Christina für deinen tollen tollen Einblick und das Buch können wir unbedingt empfehlen.

00:28:46: Ich danke euch und ich würde gerne den Zuhörenden noch zum Schluss ein Zitat mitgeben, was sich auch so passend in dem Kontext finde.

00:28:55: Das heißt nämlich, liebe Frauen!

00:28:57: Wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie vorgestern.

00:29:04: Sehr gut.

00:29:04: Ja sehr gutes Zitat.

00:29:07: Herzlichen Dank Kristina.

00:29:09: Danke euch für diesen schönen Tee Schnack.

00:29:12: Dankeschön.

00:29:13: Danke dir auch.

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