152. Women in Flow - ein Gespräch mit Joanna Hinrichs über eine Veranstaltung in Leer im November
Shownotes
Joanna Hinrichs ist Juristin und Geschäftsführerin der wfbm Aurich-Wittmund. Seit diesem Biennium ist sie die neue Präsidentin des Zonta Clubs Leer-Ostfriesland. Im Podcast erzählt sie uns, was sie antreibt, warum sie sich für den sozialen Bereich entschieden hat und wo sie Herausforderungen in der Arbeit mit beeinträchtigten Menschen sieht. Und natürlich geht es auch um ihr Engagement bei Zonta. Joanna verrät, was der Club für den 18. November in Zusammenarbeit mit der Sparkasse in Leer und vielen anderen Organisationen geplant hat. Women in Flow!
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00:00:12: Herzlich willkommen zum ZONTA-Podcast TT.
00:00:14: Ich bin Susanne
00:00:16: und ich bin Ute, unseren Podcast hört ihr alle vierzehn Tage rund um Frauen und Mädchen
00:00:21: auf allen
00:00:22: gängigen
00:00:22: Plattformen!
00:00:23: Ja und heute haben wir unsere aktuelle Präsidentin des ZONDA Clubs Lehr Ostfriesland, Joanna Hinrichs zu Gast.
00:00:30: Joanna toll, wir haben schon mehrfach versucht dich zu erwischen.
00:00:34: Toll dass du heute Zeit für uns hast und da bist.
00:00:38: Ja, guten Morgen!
00:00:38: Ich freue mich auch euch heute zu sehen und zu sprechen.
00:00:43: Und ich bin ganz gespannt wie das so wird mit eurem Podcast ja und bin froh dass es heute geklappt hat und wir ins Gespräch kommen.
00:00:52: Ja Johanna, wir haben eine lange Reise zur Convention hinter uns und haben uns in diesen vierzehn Tagen die wir gemeinsam unterwegs waren sehr gut kennengelernt.
00:01:02: Ich will mal ein paar Stichworte zu dir sagen.
00:01:05: du bist Juristin, du lebst mit deinem Mann oder deinen Mann deine Familie.
00:01:11: ihr habt eine große Landwirtschaft ich weiß nicht Paarhundert Kühe.
00:01:15: Du hast immer gesagt du melkst sie nicht selber aber ihr habt sie.
00:01:19: Und ja, du bist Geschäftsführerin aktuell der Werkstätten für Behinderte Menschen hier in Aurich-Wittmund und vielleicht können wir damit einfach mal starten.
00:01:32: Wie ist es dazu gekommen?
00:01:33: Das ist so ein ganz besonderer Werdegang als Juristin dann Geschäftsführerin solch eine Einrichtung zu sein.
00:01:43: Vielleicht magst du mal diesen Werdeganck so ein bisschen skizzieren
00:01:46: Ja sehr gerne.
00:01:48: Ja, letztendlich hat sich das einfach gefügt.
00:01:51: Ich bin ja irgendwann vor jetzt inzwischen sechsundzwanzig Jahren hier aus Friesland angekommen und die Liebe hat mich letztendlichen nach Ostfriesland gebracht.
00:02:04: Und dann musste ich mich irgendwie beruflich orientieren.
00:02:07: Ich war seinerzeit schon mit meinem juristischen Studium fertig Wusste ich immer, dass es wahrscheinlich kein klassischer juristischer Beruf sein wird?
00:02:22: Ja, sondern mich irgendwo anders hin treibt.
00:02:25: Dass das jetzt die Sozialbranche geworden ist, ist wahrscheinlich einfach auch meiner Persönlichkeit geschuldet, dass das glaube ich ganz gut zu mir passt.
00:02:36: und angefangen habe in der Schwestergesellschaft... Ich habe dort Kitas begleitet und vor Geschäftsführerin einer Organisation, die eben Kitas betreibt.
00:02:48: Auch inklusive Kitas.
00:02:51: Und das war auch so ein Eigeninteresse weil hier in Ausfriesland – das wisst ihr ja selber – auch so vor fünfundzwanzig Jahren war es halt noch schwierig eine gute Kinderbetreuung zu bekommen und überhaupt ne verlässliche Kinderbetreuerung zu bekommen.
00:03:06: also war das irgendwie auch so'n Herzensthema.
00:03:09: So bin ich eingestiegen und irgendwann über die Jahre hat sich das dann ergeben, dass ich eben in die große Schwestergesellschaft gewechselt bin.
00:03:17: Und aus diesem Kita-Bereich letztendlich in den erwachsenen Bereich eingestiehen bin.
00:03:22: Also der soziale Bereich ist jetzt mit dem bin ich einfach so zusammengewachsen und es liegt mir auch sehr am Herzen.
00:03:28: Letztendlich sehr sinnstiftender Job und ich mag unsere Menschen einfach, und ich finde es einfach ganz toll wie die sich entwickeln.
00:03:39: Und das ist glaube ich eine wunderbare Aufgabe, dass eben auch in der Position einer Geschäftsführung zu unterstützen und auf einen guten Weg zu bringen und zu halten – das ist ja momentan die große Herausforderung!
00:03:53: Gibt es schon einen Stichwort, dass es nicht so ganz einfach ist?
00:03:56: Vielleicht können wir noch mal einen Schritt zurückgehen.
00:04:00: Also ich habe ein bisschen gelesen ihr habt achtzehn Standorte und ihr bietet ja Arbeitsplätze und Wohn- und Betreuungsangebote an für Menschen mit Behinderung.
00:04:12: also schon ein sehr breiter Blumenstrauß an den.
00:04:17: gestern haben wir auch gesprochen darüber das er gerade neu eine Kantine gebaut hat Also schon sehr vielfältig.
00:04:25: Vielleicht kannst du diese Aufgaben oder der Werkstätten für behinderte Menschen mal ein bisschen schildern, was hängt alles damit zusammen?
00:04:36: Ja wir sind ja eine sogenannte Komplexeinrichtung das heißt wir bieten eigentlich alle möglichen Dienstleistungen rund um Menschen mit Einschränkungen ein.
00:04:46: Und unsere Kernmarke ist ja die WFBM und das ist so die Hauptaufgabe, Menschen mit Beeinträchtigung Teilhabe am Arbeitsleben zu gewähren.
00:04:58: Und eben Menschen, die nicht so die Chance haben auf dem ersten Arbeitsmarkt ganz normal eine Ausbildung zu machen und irgendwo einen Job zu finden und dort glücklich zu werden ihre Karriere zu verfolgen, denen bieten wir eben die Möglichkeit sich beruflich zu entfalten.
00:05:17: Dinge zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
00:05:22: Und du hast es schon angesprochen unsere Aufgabe ist es auch die Vielfalt anzubieten.
00:05:29: das heißt alle Menschen die zu uns kommen sollen sich nach ihren Fähigkeiten ausprobieren und so haben wir ganz viele verschiedene Bereiche.
00:05:40: Aber wo wir eben angefangen, mit dem Berufsbildungsbereich dann die Menschen erstmal also mit den Menschen zusammen herausfinden.
00:05:49: Was kannst du gut?
00:05:50: Was gefällt dir?
00:05:51: Wo sind deine Interessen?
00:05:53: und von Hauswirtschaftsbereich über Elektromontage, über Arbeiten mit Holz oder Gartenarbeit ist alles bei uns ein Angebot.
00:06:06: Auch die Tätigkeiten verändern sich.
00:06:07: Wir haben zum Beispiel auch einen na und frisch einen SB-Laden in Boharfe, also man kann sich dort ausprobieren im Einzelhandel.
00:06:20: Ja und letztendlich geht es darum diesen Menschen erst mal ein Ort zu geben wo sie eben diese Teilhabe am Berufsleben erfahren und natürlich zum anderen sie vorzubereiten auf den ersten Arbeitsmarkt.
00:06:33: Und das große Ziel ist für alle, dass wir Sie so fit machen und Sie so viel Selbstbewusstsein erlangen und Fähigkeiten erlangen, dass Sie letztendlich was eben Inklusion auch ausmacht dann als Ziel eine Tätigkeit finden auf dem ersten Arbeits Markt.
00:06:52: Das ist natürlich eine Aufgabe für uns alle als Gesellschaft, dass sich dann letztendlich auch dieser Arbeitsmarkt für diese Menschen öffnet und auch Menschen mit Einschränkungen ja eben aufnimmt und offen dafür ist.
00:07:09: Und letztendlig aber auch Geduld und diese Unterstützungsleistung
00:07:13: aufbrennt.".
00:07:14: Ich bin gar nicht mehr sicher, war das ein Sanitätshaus oder ich bin nicht mehr klar.
00:07:22: Hast du mir ein ganz schönes Praxisbeispiel erzählt?
00:07:25: Wie ein junger Mann tatsächlich in den ersten Arbeitsmarkt gekommen ist und wie froh im Grunde beide Seiten sind zuvor der junge Mann mit Einschränkungen als auch der Arbeitgeber.
00:07:37: vielleicht kannst du das nochmal erzählen.
00:07:39: es hat mich irgendwie berührt als wir drüber gesprochen haben.
00:07:42: Ja sehr gerne.
00:07:45: Ja, das ist genau die Aufgabe.
00:07:48: Das heißt also zum einen bedienen wir uns unterschiedlicher Instrumente wie wir das halt machen und das fängt eben an dass wir eine Abteilung dafür haben, die Kontaktaufnahmen zu Arbeitgebern.
00:07:59: Und wenn es passt, dass unsere Menschen Interesse entwickeln und ein Arbeitgeber offen dafür ist dann fangen wir mit einem Praktikum in diesem Betrieb an Und dann nähern sich halt Arbeitgeber und beschäftigen da aneinander an.
00:08:15: Und schnuppern sich erst mal, gucken wie ist die Zusammenarbeit möglich?
00:08:19: Was kann dieser Mensch alles?
00:08:21: Wo liegen die Interessen?
00:08:23: Wie offen ist das Collegium dafür ein Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung dazu haben?
00:08:31: In diesem Fall hat es ganz wunderbar geklappt in dem Sanitätshaus eben ein junger Mann Mit Autismus dort untergekommen ist und eine ganz wunderbare Aufgabe gefunden hat.
00:08:47: Und auch sehr, sehr toll aufgenommen wurde im Team.
00:08:51: also es wird sehr selbstverständlich damit umgegangen dass eben halt eine offensichtliche Beeinträchtigung da ist.
00:08:58: aber das wird nicht zum großen Thema gemacht sondern Gemeinschaftlich herausgefunden.
00:09:05: Wo liegen halt die Stärken?
00:09:07: Wo ist der Unterstützungsbedarf von diesem jungen Mann?
00:09:11: Und er hat jetzt dort seine Aufgaben und ja, er bestückt in einem Lager gemeinsam mit den Kollegen dann die Lieferwagen mit den Bestellungen, die dort aufgenommen wurden.
00:09:27: Es wird dort ausgeliefert.
00:09:30: das macht er zum Teil selber also er hat auch einen Führerschein.
00:09:34: Ja, man wundert sich auch eben zum Teil weiß für Fähigkeiten Menschen mit geistiger Beeinträchtigung letztendlich haben.
00:09:42: Also wir haben ja Menschen mit sehr unterschiedlichen beeinträchthigungen und da sind eben auch viele dabei die auf durchaus einen Führerschein haben und trotzdem aber eine Einschränkung haben.
00:09:56: Und ja in dem Fall hat das halt ganz wunderbar geklappt und arbeitgeber und beschäftigt sind halt ganz, ganz wunderbar zusammengekommen und wir hoffen dass das auch so verstetigt und so bleibt.
00:10:08: Und danach sieht es momentan aus.
00:10:11: Wenn wir das geschafft haben ja dann haben wir unsere Arbeit gut gemacht.
00:10:17: Die Arbeit machen?
00:10:18: Das führt vielleicht zu einer nächsten Frage denn ihr habt ja einmal die Beschäftigten Das sind ja, glaube ich die Menschen mit Behinderung.
00:10:28: Und gleichzeitig habt ihr aber auch – ich weiß nicht genau wie er sie nennt – Aber die Menschen, die mit den Beschäftigten arbeiten und das weiß ich nicht ob das so ein Verhältnis eins zu zwei ist oder so.
00:10:42: auf jeden Fall ist das schon eine recht große Organisation.
00:10:47: Sag doch einfach mal ein bisschen was zu den Zahlen?
00:10:49: Wie passt es so zueinander?
00:10:53: Ja, das genau hast du schon ganz schön beschrieben.
00:10:55: Wir sind ein großes Unternehmen.
00:10:58: also wir haben circa achthundert beschäftigt am Haus.
00:11:01: und ja die Beschäftigten das sind bei uns die Menschen mit einem Werkstattvertrag Die haben einen Kostenanerkennnis bei uns und befinden sich an so einer seiner sogenannten Reha-Maßnahme.
00:11:16: Und dann haben wir natürlich unsere hauptamtlichen Mitarbeitenden spezielle Ausbildung haben.
00:11:23: Ich hatte ja eingangs gesagt, dass wir sehr verschiedene Gewerke bedienen das heißt ich brauche sehr viele Fachkräfte die zum einen aus diesem Gewerk kommen also Gärtner Tischler Elektromeister was alles eben so dazugehört um diese Gewärke gut ausbilden und anleiten zu können.
00:11:44: Und gleichzeitig haben unsere Fachkräften eine besondere Ausbildung eben eine pädagogische Ausbildung, die sie zusätzlich machen um letztendlich einen guten Umgang mit der Bildungsarbeit zu finden was ja dann letztendliche ihr Hauptjob ist.
00:12:05: Mit unseren Menschen und das ist eine ganz wunderbare Symbiose.
00:12:10: also ich glaube unsere Mitarbeitenden sind auch besondere Menschen die eben halt besonders besonders viel Freude daran haben Ihr Gewerk ihm Menschen beizubringen die vielleicht nicht so selbstverständlich ihren beruflichen Lebensweg gemacht haben wie andere.
00:12:30: Und auch unsere Beschäftigten haben ein großes Interesse an ihrer Arbeit, das sind in der Regel sehr dankbare zufriedene Menschen, die sehr großen Spaß haben daran, ihren Job gutzumachen die gerne zur Arbeit kommen, also viele unserer Beschäftigten haben eher das Problem irgendwie ihren Urlaub zu nehmen als dass sie sich so sehr darauf freuen weil die einfach auch die Tagesstruktur bei uns brauchen und ihr Umfeld brauchen.
00:13:02: Wir leben ja auch letztendlich in diesen Arbeitsstätten eine große Gemeinschaft und es gibt glaube ich allen was ich man das kennen wir alle aus unserem Berufsleben sicherlich für auch allem mal vielleicht ein bisschen Generft von unserer Arbeit, das gehört ja auch dazu.
00:13:19: Aber es ist schon sehr schön bei uns zu sehen mit wie viel Freude unseren Menschen zur Arbeit kommen und wie sehr sie das halt brauchen.
00:13:30: Das macht es eben so deutlich, dass es Teilhabe am Berufsleben zu haben und zu erfahren.
00:13:37: Ich weiß nicht genau ob ich die Zahl richtig im Kopf habe aber irgendwie habt ihr so rund vierhundert Mitarbeitende den Beschäftigten arbeiten und ermöglichen, dass sie teilhaben können wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
00:13:52: Genau wobei wir da ein bisschen differenzieren müssen.
00:13:54: also wir haben knapp fünfhundert Mitarbeitende im Gesamtunternehmen.
00:13:59: allerdings gehören auch die Wohnbereiche dazu so dass man das mit dem Personalschlüssel nicht genau sagen kann weil natürlich im Wohnen.
00:14:09: Auch eine Vierundzwanzig-Siebenbetreuung ist für Menschen mit stärkeren Beeinträchtigung, die ein ganz selbstständiges Wohnen nicht hinbekommen.
00:14:21: Unsere Menschen sind ja sehr verschieden.
00:14:22: Wir haben auch viele Menschen, die eben sehr selbständig wohnen und diese Art der Betreuung nicht benötigen.
00:14:28: Die brauchen nur die Tagesstruktur bei uns in den Werkstätten.
00:14:32: Und andere sind aber auch im Wohnbereich tätig.
00:14:35: Da haben wir natürlich auch Mitarbeiter.
00:14:38: dass circa die Hälfte dieser Mensch, also der Mitarbeitenden ist in der Werkstatt beschäftigt und die andere Hälfe im Wohnbereich bzw.
00:14:46: auch in den ambulanten Hilfen, also auch Menschen, die selbstständig wohnen werden von uns dann so weiter bedarf da es ambulant betreut und in ihrem Leben unterstützt.
00:14:56: Jetzt finde ich hört man ja schon wenn du das erzählst fällt immer wieder das Wort wunderbar dieser Einrichtung Teilhabe ermöglichen könnt.
00:15:10: Und ich glaube gleich im ersten oder zweiten Satz hast du gesagt, noch und es ist schwierig und vielleicht kannst du nochmal sagen also das hört sich ja nach einer sehr sinnvollen Aufgabe und Einrichtungen an.
00:15:26: was macht es aktuell politisch schwierig?
00:15:31: Oder womit kämpft ihr im Alltag?
00:15:35: Ja, uns als Unternehmen trifft eben diese gesamtgesellschaftliche politische und wirtschaftliche Lage wie viele andere auch.
00:15:45: Also was die Wirtschaftlichkeit angeht leben wir von zwei Bereichen oder sind auf zwei Bereiche angewiesen und das ist das eine ist die öffentliche Hand also unsere hauptamtlichen Mitarbeitenden werden ja letztendlich von unseren Kostenträgern bezahlt und finanziert.
00:16:06: Auf dieser Seite, wie man sich vorstellen kann überall wird gespart.
00:16:10: auch bei uns wird eben der Rotstift angesetzt so dass wir halt damit kämpfen wirklich uns gut wirtschaftlich zu tragen und das bedeutet auch in vielen Bereichen Einschnitte und wirklich eine sparsame Arbeitsweise.
00:16:30: Und das andere ist, dass wir in den Werkstätten ja auch darauf angewiesen sind.
00:16:34: Dass wir Aufträge bekommen aus der Wirtschaft.
00:16:38: Das macht letztendlich ja auch unseren Arbeitsbereich aus, dass unsere Menschen die eben auch bei uns in den Werksstättern arbeiten also Teil an echter Arbeit haben und dort ein Teil des ersten Arbeitsmarktes abbilden indem sie schlichtweg Produkte herstellen, die da draußen gebraucht und vermarktet werden.
00:17:00: Aber das ist natürlich auch schwierig in der wirtschaftlichen Lage, die wir zur Zeit haben.
00:17:04: Wenn überall ja die Ressourcen knapper werden so dass eben auch unsere Auftragslage zurückgeht oder schlichtweg auch die Margen nicht mehr so da sind weil wir unsere Beschäftigten eben genau von diesen Entgelten bezahlen also von dem was eben von den Auftraggebern rumkommt Das bekommen unsere Beschäftigten als entgelt ausgezahlt.
00:17:29: Das ist vielleicht so.
00:17:29: das Ungerechte daran, dass es auch durchaus dazu kommen kann wenn nicht genug Aufträge da sind.
00:17:35: Dass Entgelte auch mal gekürzt werden.
00:17:37: Das System ist so angelegt.
00:17:39: ich darf keine Menschen entlassen wenn wir weniger Arbeit haben.
00:17:43: Es ist meine Aufgabe die eben in dieser Reha-Maßnahme zu halten.
00:17:49: aber Wir dürfen natürlich auch nicht mehr Geld auszahlen als erwirtschaftet wird.
00:17:54: also ist das eben Das System gibt das eben so her, dass dann unter Umständen auch eine Entgeltkürzung anstehen kann.
00:18:02: Und das ist natürlich besonders tragisch!
00:18:05: Die normalen Arbeitgeber würden sich dagegen wehren und unsere Menschen können sich im Prinzip nicht dagegen wehrn weil es eben systemimmanent ist, dass das passieren kann.
00:18:16: Es passiert an einigen Stellen in der Werkstattwelt und das ist besonders ungerecht für unsere Menschen empfinden wir alle so, dass das an sich natürlich sich nicht gut anfühlt.
00:18:29: Ja vielleicht können wir noch mal einen anderen Bogen schlagen.
00:18:36: Wir laufen auf den November zu auf dem Monat der das Thema Gewalt an Frauen besonders gerade in der Zonterwelt und inzwischen auch weit darüber hinaus in den Mittelpunkt stellt.
00:18:47: Und gerade Frauen mit Behinderung sind Gewalt noch mal stärker ausgesetzt, vielleicht auch weil sie sich noch weniger wehren können als andere Frauen.
00:19:00: Vielleicht gucken wir da nochmal hin?
00:19:01: Ihr habt ja uns auch... ihr habt auch Matilda's gefertigt in euren Werkstätten die auf dieses Thema aufmerksam machen.
00:19:11: Aber vielleicht können wir da einfach nochmal hinkucken.
00:19:13: was sind da deine und eure Erfahrungen?
00:19:16: Ja das sehen wir genauso.
00:19:18: es ist ein besonderes Thema, ein besonders sensibles Thema.
00:19:22: Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen können sich ja noch weniger wehren als andere.
00:19:29: Ja, und auch dann insbesondere unsere Frauen mit beeinträchtingung sind natürlich dieser thematik besonders ausgesetzt.
00:19:39: Und wir wissen alle Gewalt kann sehr vielfältig sein Und dahinter zu kommen, an welcher Stelle ist jemand wirklich schutzbedürftig und dann welcher stelle findet was statt.
00:19:52: Ist dann letztendlich also erfordert noch wesentlich mehr Sensibilität als eben so bei uns in diesem Umfeld das wir ebenso kennen.
00:20:07: Daher setzen wir uns da besonders ein, also wir sind in unseren Einrichtungen auch sehr sensibel dafür.
00:20:13: Auch der Gesetzgeber hat dafür schon sehr viel getan.
00:20:16: es gibt also in allen unserer Einrichtung einen Gewaltschutzkonzept so dass wir da schon Methoden für haben und Abläufe für haben das über so etwas nicht hinweggeschaut wird, sondern auch direkt wirklich genau hingeguckt wird und dann auch Maßnahmen ergriffen werden.
00:20:34: An welcher Stelle man wirklich Schutz liefern muss und Dinge aufarbeiten muss.
00:20:39: aber es ist ein besonderes sensibles Thema.
00:20:41: und ja auch wir haben uns natürlich unseren Matilda-Projekt angeschlossen das gerade gesagt in unseren Werkstätten haben wir auch Matilda's ja gefertigt Und auch besondere Projekte dazu gemacht in allen Bereichen und in allen Gruppen, dass eben diese Sensibilität dafür nochmal deutlich wird.
00:21:01: Auch alle Mitarbeitenden dafür wirklich gut sensibilisiert sind.
00:21:07: Unsere Menschen gestärkt werden unsere Frauen gestärked werden, dass sie einen Umgang damit finden und eben auch Wege finden.
00:21:13: wie kann ich das äußern wenn mir etwas widerfährt was sich für mich nicht richtig anfühlt?
00:21:19: Ja, jetzt haben wir schon so ein bisschen den Bogen auch zu Sonntag geschlagen.
00:21:24: Du bist gerade neu in diesem Bienenium Präsidentin unseres Clubs geworden und wir haben eine Veranstaltung vor der Nase sozusagen nämlich eine Kooperation mit der Sparkasse.
00:21:41: Der Sparkasse Lehr- und verschiedenen anderen Institutionen.
00:21:45: diese Veranstaltungen heißt Women In Flow Und ja, vielleicht du bist ganz wesentlich beteiligt.
00:21:51: Ute, du hast diesen Kontakt hergestellt oder schon seit vielen Jahren gepflegt mit der Sparkasse.
00:21:58: Vielleicht Johanna kannst du mal ein bisschen sagen was ist da die Idee dahinter?
00:22:04: Was soll da passieren?
00:22:07: Also das ist natürlich eine schöne Plattform, die Veranstaltung vielleicht schon mal zu bewerben.
00:22:12: Genau am achtzehnten November macht die Sparkasse in Kooperation mit uns als Sonntagclub, in Kooperationen mit dem Landkreis Lea, mit den Landfrauen und dem Klinikum Lea diese Veranstaltungen und es geht dabei um Themen rund um die Frau wie du sagtest.
00:22:30: sie heißt Woman In Flow Und wir haben dort verschiedene Themenbereiche uns überlegt, die interessant sein könnten und wollen nach Möglichkeiten natürlich Frauen aller Altersklassen ansprechen in den verschiedensten Lebenssituationen egal ob berufstätig oder nicht.
00:22:50: Wir haben dort ein paar Programmpunkte ausgearbeitet und es geht um die Themen Frauen und Finanzen.
00:22:57: das ist ja eben auch so ein besonderes Thema Dass Frauen gerne das so zur Seite schieben oder eben nicht offen drüber sprechen beziehungsweise sich vielleicht auch nicht so viele Gedanken über ihre eigene finanzielle Situation machen.
00:23:11: Und da wollte die Sparkasse ein wenig sensibilisieren, dass ein Bewusstsein bei Frauen dafür geschaffen wird.
00:23:18: wo stehe ich überhaupt finanziell?
00:23:19: bin ich gut genug abgesichert?
00:23:21: was kann ich dafür tun?
00:23:24: andere Themen sind Gesundheit und Vorsorge.
00:23:28: Da wird es ein Workshop geben zu diesen Themen, wie bereite ich mich auf Fälle vor die eben jeden treffen können im Leben mit Erkrankungen?
00:23:41: Wer soll für mich einstehen oder für mich entscheiden wenn mir etwas passiert?
00:23:46: Wie regle ich das bei mir in der Familie?
00:23:49: Und ein weiteres Thema ist Das Ordnungsthema, also da geht es um Ordnung im Allgemeinen und auch räumliche Ordnung.
00:23:59: Und Susanne ich glaube das ist auch so eines deiner Themen die du ganz gerne verinnerlicht.
00:24:07: Da geht's eben auch darum... Magic-Cleaning
00:24:08: meinst du?
00:24:09: Genau!
00:24:11: Ja, wir haben dort jemanden gewinnen können, der überräumliche ordnung spricht was häufig dann ja dazu führt, dass man auch mentale Ordnung bei sich schafft.
00:24:25: Und ja, auch dieses ganz praktische Thema wird bearbeitet und das wird vielleicht ein bisschen verdeutlicht also was man sozusagen mit dieser räumlichen Ordnung halt dann auch im übrigen Bereich des Lebens verursachen kann.
00:24:40: Das sind einfach alles Themen die für jeden etwas dabei sein könnte wo alle Frauen aus dem gesamten Landkreis und aus ganz Ostfriesland eingeladen sind, daran teilzunehmen.
00:24:53: Und die Gründung dieser Veranstaltung wird ein unterhaltsamer Vortrag sein von Ina Jekyll, die eben so bisschen diese Themen aufgreift und dann vielleicht auf Unterhaltsame Art und Weise uns da noch mal abholt.
00:25:09: Ich hoffe das wäre da alle einen gut vernetzten schön gemeinsamen Abend verbringen Und dort Themen angesprochen werden, wo jeder vielleicht einfach mal so ein bisschen bei sein... Also sich für sich selber reflektieren kann.
00:25:27: Okay was?
00:25:28: Wo könnte ich denn einen Ansatz finden?
00:25:30: Was habe ich vielleicht in meinem Leben noch nicht so ganz gut sortiert?
00:25:36: Vernetzung ist glaube ich ein ganz wichtiges Stichwort und Wir als Club versuchen ja Vernetzung mehr und mehr zu leben.
00:25:47: Wir haben vorhin schon das Thema Matildas angesprochen, die wir mit einer Berufsschule hier in Aurecht gefertigt haben – inzwischen schon im dritten Jahr große Matilders, kleine Matildars.
00:25:59: In diesem Jahr werden es Schlüsselanhänger sein, die die Berufsschuhe fertigen.
00:26:04: Dann, du hast es gerade angesprochen die langjährige Kooperation mit der Sparkasse und mit verschiedensten Institutionen.
00:26:13: Wir haben eine Kooperation Mit dem Filmfest hier in Empen, haben dort schon Filme unterstützt Und vielleicht können wir auch noch mal gucken auf eine neue Idee, die ist jetzt aufgekommen Nämlich eine Kooperation mit VW zu den orange days.
00:26:35: Vielleicht kannst du da einfach nochmal erzählen, was da der Gedanke
00:26:38: ist?
00:26:40: Genau diese Vernetzungsarbeit hilft uns natürlich sehr stark unsere Themen in den Vordergrund zu bringen und diese Themen zu den Menschen zu bringen.
00:26:50: Und da also bereichern wir uns sozusagen gegenseitig.
00:26:55: genau die Sparkasse hat eben bestimmte Themen auch an denen sie interessiert sind und gleichzeitig sind das dann eben auch Themen, die wir halt ganz wunderbar ummünzen können auf uns als Sonntagclub.
00:27:07: Und ja wie gesagt das Beispiel war ja dass mit den Finanzen natürlich hat die Sparkasse da vielleicht ein paar Ideen zu.
00:27:13: Wir haben aber das Thema Altersarmut.
00:27:18: Wie kann ich diese Themen zusammenbringen und diese Institution sozusagen zusammenbringen, um vielleicht das Thema gut sichtbar zu machen?
00:27:25: Und einfach nur sensibel darauf zu machen, worum muss ich mich alles kümmern in meinem Leben.
00:27:31: Ich glaube unsere Bekanntheit des Sonntag Clubs verhilft uns gerade dazu dass eben viele Institutionen sich dann eben Themen rauspicken wo sie sich mit uns vernetzen können Und wir unterstützen uns dann letztendlich gegenseitig, um dort gemeinsam Ziele zu erreichen.
00:27:52: Jetzt ganz aktuell haben wir ja die Kooperation mit VW und unserer Sonderfreundin Kerstin Die da den Kontakt hergestellt hat.
00:28:02: Und auch bei VW ist es offensichtlich jetzt um diese Jahre Zeit im November ein großes Thema und ein Herzensthema, dass das Thema Gewalt an Frauen angesprochen wird und wie können wir da vorbeugen und verhindern?
00:28:15: Da sind wir natürlich einen willkommen Kooperationspartner weil das ja eines unserer großen Advocacy-Themen ist.
00:28:24: So finden wir dort eine Plattform irgendwie unsere Themen zu platzieren Ja, und machen die Menschen dann vor Ort sensibel?
00:28:32: Also auch VW ist ja wirklich ein großer Bereich wo sehr viele Menschen zusammenkommen.
00:28:38: Und es eben auch ja letztendlich sichtbar gemacht werden muss und Räume dafür geschafft werden müssen dass vielleicht auch so was Thema ist wo man alle für sensibilisiert und verständen sich gerade bei VW.
00:28:54: Wahrscheinlich stelle ich mir das Vorhalt immer noch sehr Männer dominiert aber auch, dass Männer dafür sensibilisiert werden wie Frauen vielleicht etwas empfinden.
00:29:03: Und wenn man da gemeinschaftlich irgendwie auf einen Nenner kommt Dinge vorzubeugen
00:29:08: und
00:29:09: den Gesichter zu machen dann hilft das glaube ich gesamtgesellschaftlich und wir sind da glaube ich ganz gut in Kooperation mit vielen Institutionen und das ist gut und wichtig.
00:29:19: so
00:29:21: Ja ich glaube damit können wir vielleicht auch diese Folge abschließen und ich glaube, da sind wir in den letzten Jahren einfach besser geworden.
00:29:29: Und ich glaube es passt so zum Schwerpunkt von zonter Advocacy zu machen also nicht zu sagen Wir sind in unserem Club.
00:29:37: Wir versuchen alleine etwas zu tun sondern wir wollen rausgehen in die Gesellschaft auf unsere Themen aufmerksam zu machen und mit je mehr Institutionen wir kooperieren können Und wo wir immer wieder sichtbar werden, desto wirksamer können wir auch sein.
00:29:57: Deswegen glaube ich sind wir da auf einem ganz guten Weg und vielleicht auch eine herzliche Ermutigung an andere Zonterklubs diesen Weg der Kooperation so zu beschreiten und sich auch zu öffnen.
00:30:14: Ja Johanna vielen vielen Dank für diesen schönen Einblick über deinen Berufsfeld, was glaube ich schon ganz viele auch mit unseren Themen so zu tun hat.
00:30:24: Aber dann auch über deine Arbeit als Präsidentin hier im Zonter Klub Lehr aus Friesland.
00:30:31: und ja wir wünschen dir für das Biennium ganz viel Freude, ganz viel bereichernde Momente und wir haben es gerade gesagt – ganz viel Wirksamkeit!
00:30:42: Vielen Dank für deine Zeit Johanna.
00:30:44: Ich danke euch, hat mir sehr viel Freude gemacht mit euch.
00:30:48: Danke!
00:30:49: Tschüss!
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